Galopp-Club Rhein-Main


Direkt zum Seiteninhalt

2008

Spezial > Archiv 2002 - 2008

Epilog
Die Saison 2008 beginnt für den Galopp-Club mit einem reduzierten Pferdebestand. Mit nur drei Rennpferden im Rennstall geht es dieses Jahr auf Euro-Jagd: PERFECT COURTESY, PRACTICAL JOKE und FAIRFAX.
TANKO befindet sich zwar noch in unserem Eigentum, wird aber in dieser Saison nicht mehr in unseren Farben antreten, sondern in den Farben von Herrn A. Maier. Tanko befindet sich weiterhin im Training bei unserem Trainer Herrn Kujath und freut sich nach wie vor über den Besuch seiner ehemaligen Besitzer.
Am 26. Februar hat unsere ehemalige Rennstute NEW INSPIRATION ihr erstes Fohlen von Lord of England zur Welt gebracht.

12. April 2008 Croisé-Laroche
Es wird Zeit mal wieder die Reiseberichte aufleben zu lassen. Unser erstes Ziel, nach einem ernüchternden Auftakt in Frankfurt, war die kleine (aber feine) Rennbahn Croisé-Laroche in einem Vorort der Stadt Lille in Nordfrankreich. Mit zwei Pferden wollten wir dort angreifen: Zum einen mit Practical Joke, dem noch ein Start zur Handicap-Marke in Frankreich fehlte, zum anderen mit Perfect Courtesy, für den ein vom Papier her leichtes Altersgewichtsrennen für Amateurreiterinnen ausgesucht worden war. Mit im Gepäck außerdem Stall Splitts Grantley, der wie Practical Joke in einem Verkaufsrennen genannt worden war.
Leider hatten sich für die gemeinsame Fahrt nur 5 Interessenten gefunden. So starteten wir am Freitag - die Rennen fanden am Samstag statt - von der Frankfurter Rennbahn aus, in einem gemieteten Renault Espace in Richtung Saarbrücken, um dort Perfect Courtesys Reiterin Rebekka Unrath aufzulesen. Was man nicht alles so macht, um die Kosten gering zu halten. Es muss erwähnt werden, dass wir dank Christians üblichen Fahrstils natürlich eine Dreiviertelstunde zu früh in Saarbrücken ankamen und den ersten Zwischenstopp in einer Bäckerei nehmen konnten, um uns noch für die anstehende Fahrt nach Frankreich zu stärken. Außerdem werde ich wohl mein Navigationsgerät umtauschen müssen, da es in Saarbrücken kläglich versagt hat, und wir die gesuchte Straße nur mit Hilfe von Christians Orientierungssinn fanden.
Die weitere Fahrt verlief ziemlich unspektakulär. Wir durchquerten unter ständiger Missachtung des Tempolimits Luxembourg, Teile Belgiens und schließlich Frankreich. Deckten uns an einer Raststätte in Luxembourg mit einem frischgezapften Bofferding Lager Pils und mehreren Dosen für die weitere Fahrt ein. (Anm. des Autors: Mir war der Begriff "Lager-Pils" absolut neu, da ich ansonsten entweder nur Lager oder Pils kenne, aber vielleicht bezieht sich der Name aber tatsächlich auf den Begriff Lager ... kleiner Scherz.) Gut, mit soviel Bier im Tank war natürlich ein Nothalt in Belgien, kurz vor der französischen Grenze, absolut notwendig. Weiter bleibt anzumerken, dass wir dreimal die Eintracht-Hymne "Schwarz-weiß wie Schnee, das ist die SGE ..." mit ca. 130 Dezibel, AC/DC, Robbie Williams (je 120) sowie Amy Winehouse (100, hohes Suizidpotential) gehört haben, dabei meine Hörfähigkeit weiter ruiniert wurde, und Christian und ich so nicht den interessanten Gesprächen auf der Rückbank (Rebekka und Björn) folgen konnten, die teilweise wohl einen hohen Unterhaltungswert gehabt haben müssen. In Lille angekommen, war unser erstes Ziel natürlich die Rennbahn, um dort auf unsere Pferde zu warten, die auch jeden Moment ankommen mussten. Es blieb allerdings noch Zeit für ein Bier und eine mit Händen und Füßen geführte Unterhaltung mit einem Einheimischen, der uns nach den Chancen unserer Pferde befragte und uns netterweise eine tagesaktuelle Paristurf besorgte, da die umliegenden Zeitschriftenläden gerade geschlossen hatten. Scheinbar lohnt der Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften am Freitagnachmittag in Nordfrankreich nicht mehr.
Unsere Pferde kamen dann auch irgendwann an, wurden entladen, ein wenig bewegt, gefüttert und in ihre Gastboxen verfrachtet. Anschließend machten auch wir uns in Richtung des Hotels auf, um unsere Zimmer zu beziehen.
Den Abend verbrachten wir dann im Hotel, also vielmehr in der Hotelbar und im Hotelrestaurant. Und ich möchte gleich mal das Gerücht widerlegen, dass die französische Küche eine der besten ist. Es kommt immer darauf an, was man bestellt. Ich konnte mich über das Filet in Bordeauxsauce nicht beschweren, auch der Hauswein war nicht schlecht. Was aber die Fleischfetzen (in Salatöl) der Vorspeise mit Carpacchio zu tun hatten, weiß ich nicht. Auch Simones Gemüsesuppe mit Blauschimmelkäsegeschmack war merkwürdig. Den Vogel im wahrsten Sinne abgeschossen hat jedoch, Björns Huhn im Einmachglas. Leider kann ich mich nicht erinnern, als was das auf der Karte gestanden hat, um nachfolgende Frankreichbesucher davor zu warnen. Der Abend klang schließlich für fast alle mit diversen Gin-Tonic und der nötigen Bettschwere an der Hotelbar aus. Für fast alle, bis auf Björn und Christian, über deren weitere Abendgestaltung ein Münzwurf entschied, und sie schließlich (gemäß dem Hotelportier) in Lilles angesagtester Diskothek landeten. Angesagt dann, wenn man zu der Alterklasse 15 - 19 zählt, und die dann interessant ist, wenn man zumindest ein wenig mehr französisch kann als "do you speak english". Der interessanteste Teil des Abends dürfte allerdings die Rückfahrt ins Hotel per Anhalter mit ein paar total ... (zensiert) Franzosen gewesen sein, sowie der Fakt, dass beide den fast kompletten vierten Stock mit dem Schlachtruf "Eintracht Frankfurt allez, ..." aufgeweckt haben dürften. Apropos aufwecken und Fussball: Der FC Nancy der an diesem besagten Wochenende beim FC Lille gastierte, war ebenfalls Gast im Hotel. Das Spiel ging 2:1 an die Gastgeber. Ich gehe aber mal davon aus, dass nicht Christian und Björn, sondern ein penetrant krähender Hahn, der auch mir den Schlaf ab halb sechs geraubt hat, die Spieler aus Nancy unter Schlafentzug stellte.
So, nun aber zu den Rennen: Die Rennbahn Croisé-Laroche ist ein Linkskurs wie Frankfurt, allerdings ein ganz klein wenig kleiner. Die Bahn ist angeblich für ihr tiefes Geläuf bekannt, doch war der Boden mit 3,2 angegeben, was angeblich in Deutschland einem Bodenwert von 4,2 entspricht. Die Bahn verfügt außerdem auf der Außenbahn über eine Bahn für Traber. Die Anlage an sich ist sehr schön aufgebaut und gepflegt. Hals Deutschland war an diesem Tag mit 26 Startern vertreten und so wurde in weiten Teilen auf der Bahn auch deutsch gesprochen. Einheimische habe ich nicht viele gesehen. Vor den Rennen kehrten wir in einer Rennbahngaststätte ein und aßen zu Mittag. Mir ist auf der Karte gleich das Steak de Cheval aufgefallen. Ok, danach bin ich noch mal bei den Gastboxen vorbei und habe unseren Pferden erklärt, was passiert, wenn sie hier Letzte werden ...
Perfect Courtesys Rennen führte über 1800 Meter, also ein wenig mehr als einmal um die Bahn herum. Rebekka war seine Reiterin, doch man musste sich schon ziemlich früh damit abfinden, dass es an diesem Tag nichts zu gewinnen gab. Perfect Courtesy versäumte sich beim Start gleich um mehrere Längen und war zunächst Letzter. Rebekka versuchte mit ihm noch Boden gut zu machen, doch es entwickelte sich, wie in Amateurrennen üblich, gleich eine ordentliche Fahrt, so dass sich das Feld in zwei Gruppen teilte. Perfect Courtesy konnte zwar alle Pferde in der zweiten Gruppe überholen, ein Vorstoßen in die ersten Gruppe oder gar eine Platzierung in den Geldrängen war unmöglich. Dennoch hat mir das Laufen zehnmal besser gefallen, als das in Frankfurt am 16. März gezeigte ausdruckslose Laufen, ebenfalls nach Startverlust. Am Ende hieß es Achter von 14 in Croisé-Laroche.
Practical Joke kam zum ersten Mal in diesem Jahr an den Ablauf und hielt über große Teile des Rennens über 1100 Meter die Pace mit und wurde zum Schluss Zehnter. Alexi Badel hatte alles richtig gemacht, mehr war nicht drin. Mit dem dritten Start in Frankreich hat Practical Joke nun ein französisches Valeur von 27,0 bekommen, das ihn für die niedrigen Handicaps berechtigt. Am 1. Mai könnte es daher für ihn in Wissembourg im Handicap weitergehen, was auch gleichzeitig den ersten Start eines unserer Pferde im französischen Handicap bedeuten würde.
Grantley wurde im Verkaufsrennen Letzter. Aber keine Angst, er ist wohlbehalten nach Frankfurt zurückgekehrt.


Untermenü


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü