Galopp-Club Rhein-Main


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2007

Spezial > Archiv 2002 - 2008

25. März 2007 - Frühjahrspreis der Stadt Frankfurt Ausgleich II, Frankfurt
Als ich diese Seite unserer Internetpräsenz eben gerade angelegt habe, ist mir aufgefallen, dass dies nun schon unsere sechste Saison ist. Die sechste Saison des Galopp-Club Rhein-Main. Und seit Anfang an ist unser Galopper Tanko mit von der Partie, dem in diesem Jahr auch wieder die Aufgabe des ersten Jahresstarts zuteil wurde.
Aber bevor ich von diesem Renntag berichte zwei Dinge vorweg: Unsere ehemalige Rennstute Perima hat in Irland, wo sie sich zwecks einer Bedeckung durch den Hengst High Chaparral aufhält, ihr drittes Fohlen zur Welt gebracht. Wieder ein Stutfohlen, dieses Mal allerdings ein braunes. Am 19.03. war es soweit, früh morgens um 4:30 Uhr.
Fairfax, unser Rekonvaleszent bei Trainer Hesse, macht gute Fortschritte, es wird allerdings noch ein paar Wochen dauern, bis er wieder an den Start kommt. Er wird wieder gearbeitet, sieht prächtig aus (ich konnte mich nun selbst überzeugen) und strotzt schon wieder vor Übermut.
Nun aber zurück zu Tanko. Er war von unserem Trainer für einen Ausgleich II über 1600 Meter in Frankfurt genannt worden, in den er als größter Außenseiter ging (153:10). Das Rennen war mit acht Startern nicht schlecht besetzt und war das Hauptrennen des ersten Niederräder Renntages in 2007. Auch das HR Fernsehen war wieder mit von der Partie, und am Abend wurde in der Hessenschau ein kleiner Bericht (schon der dritte) über unseren Galopper gesendet. Ich muss hier auch erwähnen, dass Tanko zum ersten Mal zwei in das Fell gebürstete Adler auf seiner Kruppe zierten. Sehr chic und außerdem haben die wohl Flügel verliehen.
Tanko wurde von Jozef Bojko auf Warten geritten und reihte sich an vorletzter Stelle, aber immer die Pace mitgehend, ins Feld ein. Man konnte schon eingangs des Schlussbogens sehen, dass er gut aufgelegt war, und zu Beginn der Geraden sah es sogar so aus, als ob ein Sieg möglich gewesen wäre. Tanko, nur mit den Händen geritten, kam schließlich als Dritter im Ziel an, hinter Boromir und Orange Blue, die nur eine Nasenspitze trennte (es gab eine Zielfotovergrößerung). Tanko lag hinter den beiden nur eine Länge zurück und hat damit eindrucksvoll bewiesen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört und mit ihm in diesem Jahr noch zu rechnen ist. Scheinbar hat ihm die Winterpause gut getan. Damit war Tanko, bei seinem 59 Start für uns, zum 30. Mal im Geld ... sensationell.
Beim Anschauen des Hessenschau-Berichtes ist mir aber doch glatt etwas ins Auge gesprungen. In der Jockeystube wird herumgelümmelt! Hier das Beweisfoto.
Es war außerdem schön, dass die "Winterpause" endlich ein Ende hat und es endlich wieder Grasrennen gibt. Viele bekannte Gesichter habe ich wieder gesehen und auch im Führring waren die Mitglieder zahlreich vertreten.

15. April 2007 - SkyRadio Super Hits für Hessen-Rennen Ausgleich II, Frankfurt
Die Geschichte von Tankos zweitem Jahresstart ist schnell erzählt und lässt sich sogar in zwei Worten zusammenfassen: Zu weit! Nach Tankos Start über 2000 Meter im letzten Jahr und mangels Alternativen wurde Tanko für einen Ausgleich II über 2000 Meter auf seiner Heimatbahn genannt. Doch wird aus ihm wohl niemals ein Steher.

18. April 2007 - Gestütsbesuch in Coolmore
Wenn Galopp-Club-Mitglieder auf Reisen gehen, gibt es nachher meistens lustige Geschichten zu erzählen. Dieses Mal werde ich von Plastiktüten-Millionären, einem zufälligen Hotel, Guinness Bier, einer Gaelic Combo, sensationellen Hunderennen und dem "Long Way to Tipperary" erzählen, natürlich auch von unserem Besuch auf Coolmore, Perima und unserem neuen Fohlen.
Dank der neuen Billigfluganbieter ist es heute gar kein Problem mehr für kleines Geld mal schnell nach Irland zu fliegen. Einziges Problem ist dabei die Anreise zum Flughafen, der zwar Airport Frankfurt-Hahn heißt, aber mitten im Hunsrück, zirka 100 km von Frankfurt entfernt liegt. Hier trafen Steffi und ich frühmorgens mit Peter und Christian Braun zusammen, mit denen wir uns auf den Drei-Tages-Trip nach Irland begaben. Gestärkt mit einer Tasse Cappuccino und einem kleinen Snack und ausgestattet mit einer Sportwelt (die gibt es auch in Hahn), begaben wir uns zum Handgepäck Check-In. Hier die erste Überraschung: Steffi und ich wurden wieder zurückgeschickt, da wir uns am falschen Check-in-Schalter im falschen Terminal befanden, während Peter und Christian passieren durften und sich im Warteraum nach Bergamo befanden. Alle wieder zurück und in die andere Halle. Dort dann die nächste Überraschung: Unsere Plastiktüten zur Verpackung von mitbebrachten Flüssigkeiten entsprachen nicht den Bestimmungen. Plastiktüten mit 1 Liter Fassungsvermögen waren erlaubt, unsere waren zu groß. Aber gar kein Problem, ein freundlicher Angestellter des Flughafens hatte ja welche für uns und alle anderen Passagiere, die scheinbar das gleiche Problem hatten. Für 50 Cent konnte man eine 1 Liter große, verschließbare Tüte bei ihm erwerben. Ich kalkulierte kurz nach: Wenn in einer Stunde 500 Passagiere den Security-Check passieren, von denen 250 die richtige Tütengröße dabei hatten oder kein Handgepäck, dann macht das 125 Euro pro Stunde, ca. 12 Stunden Betrieb pro Tag = 1.500 Euro, mal 365 Tage macht 547.500 Euro pro Jahr. Also kann man innerhalb von zwei Jahren zum Millionär werden, und das mit Plastiktüten.
Nach zwei Stunden Flug mit der Billigairline Ryanair kamen wir am Mittag in Dublin an. Hier hatten wir einen Mietwagen von der Firma Budget gemietet. In Irland wird wie in England links gefahren, da ich das schon aus Australien kannte, hatte ich mich zum Fahren gemeldet. Das einzige was mir noch etwas neu war, da ich in Australien ein Fahrzeug mit Automatikgetriebe hatte, war das Schalten mit der linken Hand. Die Kupplung des Miet-Vectra musste sehr leiden, wenn ich versuchte im dritten statt im ersten Gang anzufahren. Mangelnde Feinmotorik halt. Das zweite kleinere Problem war, dass es keine Navigationssysteme mehr zum Ausleihen gab, also hatte ich jetzt drei menschliche Navigatoren neben und hinter mir sitzen, das konnte ja nur lustig werden. Mit drei sehr ungenauen Stadtplänen bewaffnet machten wir uns also in Richtung Dublin-Innenstadt auf. Christian und ich hatten ein kleines Programm mit Besuch der Hunderennbahn am Abend geplant. Unser Hotel lag in der Nähe der Innenstadt, aber leider haben es die Iren nicht so mit Schildern, auf denen Straßennamen angebracht sind. Hinter und neben mir nun Verwirrung: "Ich glaube wir müssen links." "Nein, ich glaube gerade aus." "Hier sind wir auf jeden Fall falsch." Hmm, an was jetzt halten. Wir bogen links ab, eigentlich um wieder zurückzufahren und plötzlich: "Da ist es ja!" Mehl gehabt, durch Zufall den richtigen Weg gefunden.
Vor dem Abend auf der Hunderennbahn, eine Stadtbesichtigung. Vor allem etwas essen ... und trinken. Auf der Hauptstrasse Dublins suchten wir das Restaurant "Flannigan's" auf, hier beginnt die Geschichte der Gaelic Combo. Hab' ich mir nämlich bestellt, klang ja auch ganz lecker: Streifen von Schwein und Geflügel an Whisky-Sauce, mit Gemüse und Kartoffeln. Peter und Christian folgten meinem Beispiel, nur Steffi wählte ein Steak. Peter hatte inzwischen auch seine Vorliebe für Guiness-Bier entdeckt. Ich klärte ihn auf, dass der erste Schluck ganz furchtbar schmeckt, es aber von Glas zu Glas besser würde. Außerdem ersetzen zwei Pint Guiness locker eine feste Mahlzeit. Und sie helfen den wirklich faden Geschmack der Gaelic Combo auszugleichen. Die schmeckte mal nach gar nichts und sah aus wie einfacher Gulasch. Da war die Beschreibung besser als das Essen. Ich konnte mir natürlich die ganze Zeit anhören, was ich da denn ausgesucht habe, und die allgemeine Stimmung unserer Mitreisenden sank merklich, sollte sich aber im Laufe des Abends noch sichtlich verbessern, um nicht zu sagen "sensationell" werden.
Nach ein paar weiteren Pints (spricht man Peint aus) Guiness (Peter wurde langsam zum absoluten Fan) und anderer Getränke (Christian mochte Guiness partout nicht) im ältesten Pub Dublins, ging es am Abend auf die Hunderennbahn Dublins, Shelbourne Park. Hatte ich vorgeschlagen und durfte mir anhören: "Hunderennen? Ich geh' jetzt seit 30 Jahren auf die (Pferde-)Rennbahn, da werde ich doch jetzt nicht noch anfangen auf die Hunderennbahn zu gehen." Gleiche Person gab nach dem Abend nur noch "Sensationell, sensationell, einfach sensationell ..." von sich. Ob das an den weiteren Pints, an dem sensationellen Essen (3-Gänge Menü, das sogar untypisch für Irland nach etwas schmeckte), der sensationellen Tribüne (die er am liebsten abgebaut und mitgenommen hätte), an den netten Wettassistentinnen oder den vielen getroffenen Wetten lag? Ich glaube ein wenig von allem. Es war wirklich gut dort, und so mancher Rennverein in Deutschland kann dort noch etwas zum Thema Kundenbetreuung und Service abgucken. Mein Geldbeutel erfreute sich ebenfalls einer prallen Füllung. Immerhin sagte ich in den ersten 6 Rennen die jeweiligen Sieger voraus. Christian schoss allerdings den Vogel mit einer getroffenen Trifecta ab und kam auch aus dem Grinsen nicht mehr heraus.
Am nächsten Morgen starteten wir Richtung Coolmore. Zunächst in Richtung des Hauptgestüts, anschließend nach Fermoy, auf das Castlehyde Stud, zu unserer Stute und ihrem Fohlen. Für den Abend hatten Christian und ich einen Abendrenntag in Tipperary ausgesucht, der zu einem weiteren Höhepunkt unserer Reise avancieren sollte.
Auf Coolmore wurden wir nett empfangen und wurden über das Gestüt geführt. Wir bekamen Hurricane Run präsentiert, der auf Coolmore sein erstes Jahr als Beschäler absolviert. Hurricane Run stammt aus der Ammerländer Zucht des Herrn Boetticher und wurde nach dem Irischen Derby an Coolmore verkauft. Nach Danehill Dancer, Galileo, Montjeu, Encosta de Lago, Saddler's Wells und vor allem High Chaparral ging es dann weiter Richtung Perima. Vorher möchte ich allerdings noch erwähnen, dass wir von Herrn Magnier persönlich die Hand geschüttelt bekamen (Christian: "Wer war das denn?"). Auf Castlehyde, dem Zweitgestüt von Coolmore, ebenfalls Deckhengst-Präsentation, u.a. mit Choisir, den ich schon aus Australien kannte. Aber dann endlich, nach einer waghalsigen Fahrt in einem Geländewagen über schmale irische Straßen und Wege ... Gott sei Dank ohne Gaelic Combo im Rückwärtsgang ... unsere Stute mit ihrem neuen Fohlen. War das süß, und wie toll Perima aussah. Am liebsten hätte ich ihr einen Sattel verpasst und sie direkt mit nach Tipperary zu den Rennen genommen. Irland schien ihr zu gefallen. Am Tag vorher war sie von High Chaparral gedeckt worden und hatte, wie wir ein paar Wochen später erfuhren, auch gleich aufgenommen. Das Fohlen ... dieses Mal ein braunes, aber wieder ein Stütchen ... machte einen aufgeweckten Eindruck und sah sehr toll aus. Ich bin gespannt, wie es sich entwickeln wird.
Nach dem Gestüt ging es auf die Rennbahn von Tipperary, zum Abendrenntag. Steffi und ich waren in 2004 im Rahmen einer GCD-Reise schon einmal hier gewesen, und uns hatte es gut gefallen. Das Programm umfasste 8 Rennen, darunter 2 Hürden-Rennen und 2 Flachrennen für Hindernis-Pferde. Die Bahn war gut besucht, das Wetter spielte mit und das Guiness schmeckte. Außerdem gab's auch was Eßbares, Wetten wurden getroffen und am Rande der Bahn spielten zwei Alleinunterhalter sogar auf Wunsch "It's a long way to Tipperary". Im dritten Rennen gefiel uns eine dreijährige Stute namens Fairy Festival (Montjeu - Escape to Victory) sehr gut. Sie wurde nur Achte, lief aber sehr grün. Nach unserer Reise wurde sogar ihr Trainer kontaktiert. Leider nicht zu verkaufen. Wir beobachteten ihre Karriere etwas weiter, doch leider ist sie seit dem 20. Mai nicht mehr gestartet.
Den Abend und die anschließende Nacht verbrachten wir in einem traumhaften Hotel mit Blick auf die Galty Mountains. Am nächsten Tag, nach einem Zwischenstopp im Irish National Stud, ging es zurück nach Dublin und mit Ryanair zurück nach Deutschland. Fazit: Eine Reise, die wir auch mal unternehmen werden, wenn nicht unbedingt eines unserer Pferde dort ist. Und, Hunderennen sind vielleicht doch interessanter als gedacht.
Nachtrag: Das neue Fohlen hört im übrigen auf den Namen PALOMITA, der von Norbert Hoepfner in die Lostrommel geworfen wurde.

12. Juli 2007 - July Sales, Newmarket
Nachdem New Inspiration und Sambucan Daze Ende 2006 den Trainingsstall verlassen hatten, waren einige unserer Mitglieder plötzlich ohne Anteil an einem Pferd und Entzugserscheinungen machten sich breit. "Wann kaufen wir denn wieder ein Pferd?" "Ihr sagt uns aber, wenn ihr wieder ein Pferd habt." "Wir sind auf jeden Fall wieder dabei." Mit soviel Druck im Nacken, machten sich Christian und ich (wobei Christian den Löwenanteil an der Suche hatte) wieder auf die Suche nach potentiellen Kandidaten für unseren Stall. Dies ist die Geschichte unserer Suche, damit auch mal klar wird, wieviel Arbeit sich hinter einem solchen Unternehmen verbirgt.
Schon im Frühjahr hatten wir unsere Fühler ausgeworfen. Dabei hatten wir zunächst auf altbekannte Adressen wie Trainer Johannsmann zurückgegriffen, der mit zwei Stuten Anthere und Just Galopp zwei mögliche Kandidaten in seinem Stall hatte. Aussichtsreich auch ein Kontakt mit dem Gestüt Ammerland. Christian hatte Lust auf den 3-jährigen Hengst Rapid River. Doch nach einer Zusage, man wolle uns kontaktieren, konnte man sich in der Folgewoche nicht mehr daran erinnern, dass man irgendetwas verkaufen wollte. Zum Angriff wurde auch auf der Badener Frühjahrsauktion geblasen, doch mit sicherer Hand, suchten wir uns die teuersten Zweijährigen aus und konnten nicht nur einmal die Hand heben. Gipfel der Auktion eine Stute, die sich während der Auktion als "Windsucker" herausstellte. Weder der Auktionskatalog noch die Verkäufer gaben vorab einen Hinweis auf diesen Umstand. Naja, wie schon oben geschrieben, auch noch Fairy Festival aus Irland. Schon im April, kurz nach unserer Irlandreise, reifte die Idee, die July Sales bei Tattersalls in Newmarket zu besuchen, um dort ein oder zwei geeignete Pferde zu ersteigern.
wird fortgsetzt

Große Woche 2007, Baden-Baden
Die Große Badener Woche wurde für den Galopp-Club in diesem Jahr eine erfolgreiche Woche. Bisher waren wir bei allen Versuchen hier zu punkten gescheitert und hatten nicht einen müden Euro verdient. Das sollte sich in diesem Jahr ändern und die Woche begann mit einem Paukenschlag, den ich allerdings auf der anderen Seite der Erde miterlebte, da ich beruflich in Australien zu tun hatte. Perfect Courtesy und Practical Joke, unsere beiden Neuerwerbungen, hatten nach dem guten Eindruck, den sie in Frankfurt bei ihrem ersten Start in unseren Farben hinterlassen hatten, Nennungen für Sieglosen-Rennen in Baden erhalten. Perfect Courtesys Rennen war gleich das erste der Große Woche am Samstag dem 28. August. Unser Pferd kam mit Andreas Boschert an den Ablauf, und der machte alles richtig und servierte unserem Pferd den passenden Rennverlauf. Es war traumhaft mit anzusehen, wie er unser Pferd nur mit den Händen zum Sieg ritt. Der Richterspruch lautete "Sicher - 1 1/4 Längen" zum Zweiten Querido.
In meinem Hotelzimmer in Sydney, wo es ja inzwischen schon später Abend war, wurde es zwischenzeitlich mal sehr laut, als ich unser Pferd aus 16.500 km Entfernung anfeuerte. Nach dem Rennen bekam ich Anrufe von glückstrunkenen Mitbesitzern aus Deutschland und ärgerte mich schon ein wenig, dass ich nicht bei Champagner-Empfang dabei sein konnte.
Einen Tag später, ich hatte gerade meinen Stopover in Bangkok, lief Fairfax mit Terence Hellier im Sattel auf einen hervorragenden dritten Platz im Ausgleich IV über 1200 Meter. Und das nach einer abermals verletzungsbedingten Pause von fast 100 Tagen.
Am zweiten Wochenende konnte ich dann auch endlich vor Ort sein. Am Samstag kam Perimas zweites Produkt Pasadena auf der Badener Jährlingsauktion in den Auktionsring und wurde für 18.000 Euro an den Stall Junior Farms versteigert und ist seit dem bei dem Münchner Trainer Gerald Geisler im Training.
Nachdem die Jährlingsstute im Ring gewesen war, machten sich Verena, Christian, Steffi und meine Wenigkeit noch auf den Weg nach Hassloch, um dort dem Start von Tanko im Ausgleich III über 1400 Meter beizuwohnen. Die Bahn präsentierte sich in keinem guten Zustand. Sie war laut der Aussage einiger Reiter im Schlussbogen sehr rutschig und auf der Zielgeraden hatte eine defekte Bewässerungsanlage der Feuerwehr einen großes Sumpfloch hinterlassen. Wir erreichten die Bahn kurz nach dem ersten Rennen und vernahmen gleich die Hiobsbotschaft, dass ein Pferd gefallen war und getötet werden musste. Tankos Rennen war das neunte Rennen, so bestand noch Hoffnung, dass sich der Zustand der Bahn noch ein wenig verbesserte. Tankos Reiterin in diesem Rennen war Silvana Gangi Chiodo, die seit kurzem in der Morgenarbeit bei unserem Trainer arbeitet und eine Amateurreiter-Lizenz besitzt. Beide kamen - Gott sei Dank - heil aus dem Rennen zurück, allerdings reichte es nur zu einem achten Platz bei 12 Startern. Ein wenig angefressen waren wir nachher ob eines Kommentars einiger Mitglieder eines neugegründeten Galoppclub, ob denn Tanko überhaupt mitgelaufen sei. Wenn das eigene Pferd im Rennen danach nur den sechsten Platz belegt und bis dato gerade mal 300 Euro verdient hat, sollte man nicht so große Töne spucken.
Nach einem leckeren Essen im Elsass und einer ruhigen Nacht im Tannenhof, konnte der Abschlusstag der Großen Woche kommen, die für uns mit einem vierten Platz im Sieglosen-Rennen für Practical Joke (ebenfalls von Andreas Boschert geritten) ausklang. Nach allen gescheiterten Anläufen in 2002, 2003, 2005 und 2006 (2004 hatten wir die Große Woche ausgelassen) nun endlich doch gepunktet. Der sechste Sieg in Baden und einer Gewinnsumme von 5.000 Euro in dieser einen Woche.

Epilog Baden-Baden: Das Bild
In aller Regelmäßigkeit treffe ich Baden-Baden auch meine gute Bekannte Catrin, die den Stand des Darley Stud in Iffezheim betreut und mit viel Freundlichkeit und Geduld Prospekte, Kugelschreiber und Kappen unter das Volk bringt. Ich statte ihr dort immer einen Besuch ab, um die neuesten Neuigkeiten auszutauschen und natürlich auch um Kappen, Kulis und Prospekte abzustauben. Nach ein paar gewechselten Worten erzählt sie mir, dass es ein Bild oder besser gesagt ein Gemälde von unserem Pferd Perfect Courtesy gäbe, dass der bekannte Pferdemaler David Dent gemalt hätte. Es sei aber schon verkauft, aber man könnte es auf seinem Stand in Iffezheim noch besichtigen. Ich muss wohl ziemlich ungläubig geguckt haben, auf jeden Fall zerrte sie mich gleich zu gesagtem Stand und tatsächlich, da gab es ein Aquarellgemälde unseres Pferdes, wie es die Ziellinie in Iffezheim überquert. Leider schon verkauft, aber genau daneben ein weiteres mit Perfect Courtesy im Endkampf. David Dent erklärte mir, dass er auf das Pferd gewettet und gut Geld gewonnen hätte, dass hätte ihn zu den Bilder inspiriert. Ehe das Bild nun auch noch weggekauft wurde, war meine Hand sehr schnell an meinem Geldbeutel, und es ziert jetzt die Wand hinter unseren Sofa im Wohnzimmer. Klar, dass ich auch Christian noch diesen Stand gezeigt habe, der ihn dann fast noch leer gekauft hätte.

08.10.2007 Herbstzusammenfassung
Nach mehr oder weniger glücklosen Starts unseres braven Kämpfers Tanko in den Sommermonaten, hat er sich am 16. September und am 7. Oktober mit 2 zweiten Plätzen auf seiner Heimatbahn Frankfurt zurückgemeldet. Unter dem französischen Nachwuchsjockey Alexis Badel konnte sich Tanko am 7. Oktober im Preis des Gestüt Schlenderhan das zweite Geld sichern. Aus dem Mittelfeld kommend legte er noch vier Längen zwischen sich und den Drittplatzierten und musste sich mit nur einer Halslänge Abstand dem Sieger Cyclonic geschlagen geben. Schon am 16. September hatten nur 1 1/4 Längen zum Gewinn des Rennens gefehlt. Hier hieß die Siegerin im Ausgleich III über 1600 Meter Emelda aus dem Gestüt Röttgen.
Am 16. September hatte der Galopp-Club aus allen Rohren geschossen und hatte in Frankfurt zum ersten Mal vier Starter in vier unterschiedlichen Rennen an den Ablauf gebracht. Am Ende des Tages standen 4 Geldpreise von insgesamt 2.950 Euro zu Buche. Den Auftakt hatte im zweiten Rennen Perfect Courtesy gemacht, der mit Andreas Boschert im Sattel sein erstes Handicap-Rennen in Deutschland bestritt. Für seinen Sieg in Baden hatte er ein GAG von 71,5 kg erhalten. In einem auf Warten gerittenen Rennen sicherte sich Perfect Courtesy innen noch den dritten Platz hinter Negus und Argos Im Ausgleich III über 2000 Meter.
In Rennen 4 kam Tanko, wie bereits erwähnt, auf Platz 2. In Rennen Nummer 5 sicherte sich Practical Joke das vierte und letzte Platzgeld im Sieglosen-Rennen über 1600 Meter. Im Sattel auch hier Andreas Boschert.
Ebenfalls auf den Zweiten Platz kam Fairfax im Ausgleich IV über 1300 Meter und bestätigte damit seine gute Leistung in Baden-Baden. Der Trainer meinte nach dem Rennen, dass der Boden vielleicht einen Tick zu fest für Fairfax gewesen wäre. Fairfax startete zwei Wochen nach dem Start in Frankfurt in Dortmund, dieses Mal im Ausgleich III über 1200 Meter. Leider reichte es nach einem sehr unglücklichen Ritt auf der durchweichten Spur an den Rails nur für Platz 6. Es wäre wohl weitaus mehr drin gewesen an diesem Tag.
Gestern ebenfalls am Start waren Practical Joke und Perfect Courtesy. Da beide schon im Fellwechsel standen, war von beiden keine große Leistung zu erwarten. Practical Joke kam im Sieglosen-Rennen über 1600 Meter als Dritter durch das Ziel. Perfect Courtesy belegte bei seinem ersten Start im Ausgleich II über 1600 Meter nur den drittletzten Platz. Beide wurden ebenfalls von Alexis Badel geritten. Der französische Nachwuchsstar aus dem Stall von Andre Fabre konnte sich immerhin im letzten Rennen der Karte auf Ronan einen Sieg sichern.
Noch etwas Statistik zum Schluss: Bei nun 144 Starts und einer Gewinnsumme von 151.290 Euro waren unsere Pferde 69-mal im Geld. Der durchschnittliche Geldpreis beträgt pro Rennen 1.050 Euro.


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