Galopp-Club Rhein-Main


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2003

Spezial > Archiv 2002 - 2008

23. März 2003 - v. Natzmer Automobile Cup - Ausgleich III, Frankfurt
Tankos erstes Rennen in 2003 sollte wieder ein Ausgleich III auf seiner Heimatbahn sein, wo er die letzte Saison mit einem Sieg abgeschlossen hatte. Leider war kein passendes Rennen über eine Distanz von 1.200 m bis 1.400 m ausgeschrieben, so dass ihn Trainer Kujath über die etwas längere Distanz über 1.500 m an den Start brachte. Partner in diesem Rennen sollte wieder einmal der Auszubildende Andreas Göritz sein. Nicht nur aufgrund seiner 2 Kilo Erlaubnis der ideale Jockey für dieses Rennen.
Tankos Besitzerschar war wieder zahlreich erschienen. Es wurde allerdings von einem Mitbesitzer berichtet, der lieber ein kleines weißes Bällchen mit Holz oder Eisen verdrosch. Vielleicht wollte er so seinem Frust über die Heimklatsche der Frankfurter Eintracht am vorangegangenen Freitag Luft verschaffen.
Tanko war gewohnt schnell auf den Beinen und hielt sich bis in den Einlauf an zweiter oder dritter Stelle. Eingangs der Zielgeraden knickte er kurz ein und kam etwas aus dem Takt. Leider konnte er den Geschwindigkeitsverlust nicht mehr ausreichend kompensieren und landete im Ziel auf dem vierten Platz. Offensichtlich machte ihm auch die etwas zu lange Distanz, so früh in der Saison noch konditionell zu schaffen.

13. April 2003 - Preis vom Hotel Prinzregent an der Messe Riem - Ausgleich III, München
Nach Frankfurt gab es ein Kilo Aufgewicht für Tanko, damit stand er nun bei 69,5 kg. Diese Marke sollte eine gute Platzierung zunichte machen. Tanko konnte das Rennen leider nur auf dem achten Platz beenden, trotz eines beherzten Rittes von Andreas Göritz. In der Sportwelt stand zu lesen "Tanko hatte nicht viel zu bieten".
Seinen nächsten Start wird Tanko voraussichtlich am 27. April in Frankfurt bestreiten.
Leider konnte ich das Rennen aufgrund beruflicher Aufgaben nicht live verfolgen, daher kann ich leider keine Bilder aus München präsentieren.

27. April 2003 - Jaguar House Frankfurt Racing Cup - Ausgleich III, Frankfurt
Auch seine nächste Aufgabe konnte Tanko nicht in gewohnter Manier lösen. Aufgrund einer äußeren Starbox und einem unglücklichen Rennverlauf konnte er nur den siebten Platz belegen.
Tanko sprang gewohnt schnell aus der Starbox ab, musste aber aufgrund der Startbox 10 einen längeren Weg in Kauf nehmen und seine Gegner Lalique Saint Mar und East Dancer ziehen lassen. Im Niederräder Bogen musste in sein Jockey Andreas Göritz auf die äußere Bahn beordern, wodurch er wieder zusätzliche Meter in Kauf nehmen musste.
Vorne setzten sich zu diesem Zeitpunkt bereits Lalique Saint Mar (auch aus dem Kujath Stall), East Dancer (Stall D-E-N-K, das sind auch Mitbesitzer von Tanko) und Noble Lover ab, wobei Lalique Saint Mar den Kopf bis ins Ziel vorne behielt. East Dancer wurde kurz vor dem Ziel noch von Noble Lover abgefangen.
Berücksichtigt man den schlechten Rennverlauf und die 4,5 kg, die Tanko dem Sieger geben musste, kann man mit dem siebten Platz doch noch recht zufrieden sein.

07.05.2003 - Die Neue heißt PERIMA
Gehört hatten wir schon eine Woche vorher von ihr, leider hatten wir da noch nicht zugeschlagen. Am Sonntag den 4. Mai lief sie im 27. Traumkind-Rennen in Hannover auf Platz 2, nun wurde sie noch interessanter ... aber auch teurer. Die Rede ist von unserer Neuen, unserem neuen Rennpferd Perima. Aber der Reihe nach.
Vor ein paar Wochen hatten wir beschlossen, ein neues Pferd muss her. Tankos Erfolg im letzten Jahr hatte uns beflügelt. Wir wussten aus vielen Gesprächen und Anfragen, dass es neben den zwanzig ersten Besitzern noch weitere Interessenten an unserem Club gibt, die wir aber aufgrund des Limits von zwanzig Mitbesitzern von Tanko nicht mehr in unseren Kreis aufnehmen konnten. Die einzige Möglichkeit den Club zu erweitern, wäre ein weiteres Pferd und weitere Besitzer zu finden.
Also begannen wir die Personen anzusprechen, die schon Interesse an unserem Club bekundetet hatten, und die anzuschreiben, die schon Mitbesitzer von Tanko sind. Nicht alle Gespräche verliefen positiv und die Suche gestaltete sich schwieriger als gedacht, aber nach und nach bekamen wir die Anzahl Personen zusammen, die eine Neuanschaffung realistisch werden ließ.
Pferde kamen auch viele ins Gespräch und sogar welche, die sogar schon in Grupperennen gestartet waren. Interessante Gespräche mit Gestütsleitern habe ich geführt, die mir in Erinnerung bleiben werden. Leider wurde wir beim Kauf eines Hengstes aus der Erlenhofer Zucht um eine Nase geschlagen (den hätte ich gerne gekauft, der sah soooo gut aus). Am 5. Mai rief mich Christian (Braun) an und sagte mir, dass er in Verhandlungen mit dem Trainer Johannsmann stehe, bei dem eine gute Stute im Training stehe. Den Tipp habe er von Norman Richter erhalten und er habe sich außerdem bei ihrem letzten Reiter Andre Best erkundigt. Da am nächsten Tag die Hauptversammlung des Renn-Klubs Frankfurt stattfinden sollte und ich mir sicher war, dort noch ein paar Leute zu überzeugen, sagte ich er solle zuschlagen. Der Preis wurde verhandelt und der Kauf für den 6. Mai vereinbart.
Am Mittwochmorgen setzten Wilfried Kujath, Christian und ich uns in Bewegung in Richtung Gütersloh, wo Trainer Johannsmann seine Pferde trainiert. Nach knapp 4 Stunden Autofahrt und einer Exkursion in den Großraum Bielefeld, ließen wir uns die Stute 5 Minuten vorführen, schrieben 10 Minuten Kaufverträge, hielten 5 Minuten den unvermeidlichen Smalltalk und machten uns auf den dreieinhalbstündigen Weg (plus 30 Minuten Essenspause) zurück. Perima war gekauft. Ich war auf jeden Fall ganz und gar beeindruckt, war das doch mein erster Pferdekauf und in Perima habe ich mich sofort verliebt.
Schon am nächsten Tag traf sie in Frankfurt ein. Ein ganz kurzfristiger Transport hatte sich arrangieren lassen.
Nun steht sie also im Stall von Trainer Kujath im Training und hat schon die ersten Sandarbeiten absolviert. Ein wenig dünn ist sie noch auf den Rippen, das wird sich aber aufgrund der Besucher, die ihr freundlicherweise Äpfel und Möhren bringen, und der hervorragenden Betreuung im Stall bald ändern.
Wie ihr weiterer Weg nun aussehen wird, steht noch nicht fest. Hoffentlich bleibt sie gesund und wir werden viel Freude mit Ihr haben.
Hals und Bein.

13. Mai 2003 - TANKO SUPERSTAR
Wer am 13. Mai die Bild-Zeitung Frankfurt bzw. die Frankfurter Rundschau aufgeschlagen hat, konnte dort im Sportteil unseren Tanko mit unserem Mitbesitzer Thomas Zampach (abgelichtet im Frankfurter Führring) bewundern. Beide dienten als Werbeträger für den Feierabend Renntag am 14.05., den u.a. die Frankfurter Eintracht sponsorte.
Wer allerdings auf dem Foto die bessere Figur macht, überlasse ich dem Betrachter.
Tanko bereitet sich derzeit auf seinen diesjährigen Start in Baden-Baden vor. Am 25. Mai tritt er dort über 1400m im Preis der Trinkhalle (Ausgleich III) an. Für ein Rennen am 30. Mai über 1200m ist er ebenfalls genannt. Dort wird er voraussichtlich auf Anna's Boy treffen, dem er sich während des letzten Frühjahrsmeeting in einem unvergessenen Rennen nur um einen Kopf geschlagen geben musste. Vielleicht kann Tanko in diesem Jahr das Ergebnis herumdrehen.
Für das Rennen am 25. Mai sind noch 40 Pferde genannt, hier müssen wir noch ein wenig bangen, ob wir in der Starterliste bleiben. Wenn ja, ist mit einem großen Starterfeld zu rechnen.
Auf der Nennungsliste für den Preis von Vichy (Ausgleich III) am 30. Mai sind noch 24 Pferde stehengeblieben.

Frühjahrsmeeting Baden-Baden - Tankos Doppelstart

25. Mai 2003 - Preis der Trinkhalle - Ausgleich III, Baden-Baden
Zweimal im Jahr fiebert ganz Turfdeutschland den beiden Baden-Badenern Meetings entgegen. Ein Pferd in Baden laufen zu lassen ist etwas Besonderes, es zweimal laufen zu lassen etwas ganz Besonderes. Tanko hatte für das Meeting zwei Nennungen erhalten, einmal über 1400 m und einmal über 1200 m.
Doch zunächst beschäftigte zumindest einen Teil der mitgereisten Tanko-Anhänger ein ganz anderes Ereignis. Man sah hier und da Menschen ganz aufgeregt mit einem Handy am Ohr, mal euphorisch, mal etwas niedergeschlagen am Führring oder auf dem weiten Gelände der Iffezheimer Bahn umherirren. Alles gipfelte in einem lauten Siegesgeschrei und ungläubig dreinschauenden Badener Rennbahnbesuchern - was war passiert?
In der Zeit von 15:00 bis 16:45 Uhr sollte es sich entscheiden, ob die Frankfurter Eintracht in der Saison 2003/2004 in das Oberhaus des deutschen Fußballs zurückkehrt oder ob der Lokalrivale Mainz den Sprung in die Bundesliga schafft. Alles begann sehr positiv für Frankfurt, wendete sich nach und nach für Mainz zum Guten und ging in der buchstäblichen letzten Sekunde doch noch gut für die Eintracht aus. Mit einem mickrigen Tor Unterschied bei Punktgleichstand schafften sie den erhofften Aufstieg.
Die Spannung entlud sich bei den Anwesenden mit einem Siegessprung und lautem Jubel, was einem der badischen Rennbahnbesucher (vielleicht in der Hoffnung auf ein Freibier) zu der Frage verleitete "Habscht ihr die Dreierwett troffe?". Als er die Erklärung vernahm, wendete er sich nur kopfschüttelnd ab und ging seines Weges.
Die Meldung verbreitete gute Laune und ließ uns für den Start von Tanko hoffen. Doch zwei Erfolge an einem Tag sind nicht immer möglich Doch nun zum Rennverlauf: Tanko erwischte einen guten Start und war eine Länge aus der Box heraus, bevor die Konkurrenz das Klicken der Startmaschine vernahm. Jozef Bojko nahm etwas die Fahrt heraus und ordnete sich an vierter oder fünfter Stelle liegend in das Feld ein.
Im Schlussbogen musste er ihn jedoch außen um das Feld herumführen, was natürlich einen weiteren Weg für Tanko bedeute, so dass sich die Lage nach dem Schlussbogen nicht mehr ganz so positiv gestaltete. Tanko sah wohl auch keine Möglichkeiten mehr und steckte auf. Schließlich wurde es Tankos schlechtestes Ergebnis seiner Rennkarriere - Platz 16 von 17.

30. Mai 2003 - Preis von Vichy - Ausgleich III, Baden-Baden
Schon 5 Tage später absolvierte Tanko seinen nächsten Start, als Reiter gebucht war wieder einmal Andreas Göritz, dessen zwei Kilo Gewichtserlaubnis immer einen Vorteil darstellen können. Tanko sah im Führring prächtig aus.
Leider zog am Horizont über Baden-Baden ein Gewitter auf, dass einige der Protagonisten etwas unruhig werden ließ (u.a. einen Besitzer, dessen Cabrio offen auf dem Parkplatz stand).
Wer weiß, was Tanko zu diesem Zeitpunkt geritten hat. Er weigerte sich vehement die Bahn zu betreten, worauf sogar sein Reiter absitzen musste. Beim Aufgalopp zur Startstelle war er jedenfalls schon nassgeschwitzt. An der Startstelle selbst war für alle Pferde außerdem wieder einmal Warten auf Diable angesagt, der sehr startschwierig ist und nur mit geballter Starthelferkraft in die Box geschafft werden konnte. Am Sonntag zuvor hatte er auch eine Startverzögerung von mehreren Minuten verursacht.
Das Rennen gestaltete sich zunächst sehr positiv für Tanko. Aus der Box heraus lag er an dritter bzw. vierter Stelle und es sah noch in der Geraden so aus, als ob ein Platzgeld im Bereich des Möglichen läge. Auf den letzten zweihundert Metern fiel er dann sukzessive zurück. Am Ende landete er auf Platz 7, bei elf Gegner ein versöhnliches Ergebnis im Vergleich zum letzten Sonntag.
Nach dem Rennen begann die Ursachenforschung, hatten sich doch einige Besitzer mehr ausgerechnet. Ich glaube, dass an diesem Tag einige unglückliche Umstände zusammenkamen: Das Gewitter, das heiße Wetter und ein nicht ganz passender Boden (war morgens mit 4,4 gemessen worden, war vor dem Regen aber sicher auf 3,9 oder weniger abgetrocknet). Wo und wann Tanko zu seinem nächsten Angriff startet steht noch nicht fest, der Ausgleicher hat ihm jedenfalls zwei Kilo abgezogen.

6. Juni 2003 - Preis des BMW Derby-Meetings 2003, Frankfurt
Was für ein Einstand - besser hätte es gar nicht laufen können - Perima gewinnt ihr erstes Rennen für den Galopp-Club Rhein-Main. Doch von Anfang an: Zunächst war Perima für ein 3-jährigen Sieglosen-Rennen über 1600 m in Frankfurt genannt worden. Hier wäre sie jedoch auf eine übermächtige Finora, dritte im Henkel-Rennen (German 1000 Guineas), getroffen. Trainingsleistung und die Aussicht auf eine gute Platzierung haben unseren Trainer dann doch dazu bewogen, sie für die idealere Distanz über 2000 m zu nennen.
Bei sonnigen 31° C ging es um 18 Uhr in Frankfurt in die Boxen. Perima musste die ungünstige äußere Startbox 9 beziehen, was ihr scheinbar auch nicht so ganz gefiel. Nur unter tatkräftiger Hilfe der Starthelfer, rückte sie als vorletzte in die Startbox ein.
Perima erwischte einen guten Start und zog gemeinsam mit dem ebenfalls außen gestarteten Villago (Laroche - Village) an die Spitze des Feldes. Schon im Forsthausbogen hieß es Villago eins, Perima zwei. Villago ist der erste Sohn der Ittlinger Stute Village, die 1998 als Siebte in der Diana und zwei Siegen in die Zucht ging.
In der Gegenseite sah es schon so aus als ob Perima an Villago vorbeiziehen wollte, doch Norman Richter beorderte sie weiterhin an zweiter Stelle. Am Ende des Schlussbogens setzte Norman Richter zum Angriff auf Villago an, der Rest des Feldes hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Längen Rückstand. 250 m vor der Zielmarke setzte sich Perima in Front und ließ Villago schließlich hinter sich.
Bis zur Ziellinie behauptete sie ihre alleinige Führung. Auf der Außenseite kam jedoch noch Fandani (Lomitas - Fainting Spell) mit einem mächtigen Speed angeflogen. Fandani ist der Bruder des kleinen Frühtau (v. Hero's Honor), der bereits Listenrennen für sich verbuchen konnte und in Gruppe-Rennen am Start war. Auf den ersten Blick hatte es so ausgesehen, als ob Perima einen Tick weiter vorne gewesen wäre. Schließlich musste eine Zielfotovergrößerung angefertigt werden.
Es begann ein banges Warten bei den anwesenden Besitzern und Angehörigen, die sich am Sattelring eingefunden hatten, schließlich wurde das Urteil verkündet - TOTES RENNEN. Neben der Freude über den Sieg setzte auch ein klein wenig Bedauern über den halben Siegpreis und die halbe Besitzerprämie bei den Beteiligten ein. Aber, Hauptsache gewonnen.
Nun beginnt natürlich das Rätselraten, wie es mit Perima weitergeht. Sie hat in diesem Rennen keine schlechten Pferde geschlagen: Lorino, den Bruder des großen Lomitas, und Flamingo Flower, die kleine Schwester von Flamingo Road. Fandani konnte sie nicht bezwingen und wäre das Rennen 50 m länger gewesen, hätte sie nur den zweiten Platz belegt. Alles in allem, wir haben ein gutes Pferd in unserem Besitz, an dem wir sicher noch viel Freude haben werden. Lassen wir uns überraschen, wann und wo Perima demnächst startet, nun hat sie erst mal etwas Erholung verdient.
Am Dienstag werde ich sie auf jeden Fall im Stall besuchen und mich bei ihr für diesen schönen Sieg bedanken. Natürlich gilt unser Dank auch unserem Trainer Wilfried Kujath und seinem Team sowie dem Jockey Norman Richter, von dem wir auch den Tipp erhalten hatten, dass Perima zum Verkauf stünde.

19. Juni 2003 Doppelsieg in Frankfurt
Diesen Tag werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen. Hätte mir jemand von dessen Ausgang berichtet, wenn ich nicht dabei gewesen wäre, so hätte ich ihm nicht geglaubt.
Dank der Tatsache, dass wir nun zwei Pferde in unserem Besitz haben, sollten am Handwerkerrenntag auch erstmalig zwei Pferde in den Farben unseres Clubs starten. Tanko wurde für einen Ausgleich III über 1600 m gemeldet. Dieser sollte ihm nach der enttäuschenden Leistung in Baden-Baden neues Selbstvertrauen geben.
Einige hatten jedoch ihre Zweifel, ob er überhaupt noch gewinnen könnte oder ob der Ausgleich II am gleichen Tag über 1300 m aus distanz- und gewichtsbedingten Gründen nicht das bessere Rennen gewesen wäre. Bisher hatte Tanko über 1600 m keine überzeugenden Leistungen gezeigt, und dem im Ausgleich IV gut laufenden Alde Gott trotz Erlaubnis 5 kg zu geben, war eine nicht leicht zulösende Aufgabe. Ein Platzgeld rechneten wir uns aber schon aus.
Für Perima hatte unser Trainer ein Rennen ausgesucht, das sich durchaus in der Rubrik "Rennen der Wahrheit" einordnen lässt. Nach ihrem Maidensieg am 6. Juni in Frankfurt sollte sie nun ebenfalls in einem Ausgleich III für dreijährige und ältere Pferde über 2000 m an den Start gehen. Dieses Handicap-Rennen war von den genannten Pferden sehr gut bestückt: Wild Rose, frische Siegerin aus Baden-Baden, Scampalo, ebenfalls in Baden-Baden erfolgreich gewesen, Fiumicino, ein fünfjähriger Hengst, mehrfach erfolgreich im Ausgleich IV, mit Kilos in der Hand, und der Hengst Image Assembly, ebenfalls aus dem Kujath Stall, sollten Perimas Hauptgegner sein. Schlägt sie sich hier gut, dann sollte sie auch für höhere Aufgaben geeignet sein.
Der Tag begann so, wie ein solcher Tag beginnen muss - mit strahlend schönem Wetter und ein paar vereinzelten Wolken. Die Bahn war bis zum Bersten gefüllt, man zählte 13.000 Zuschauer, die für eine gewaltige und stimmungsvolle Kulisse sorgten.

Rennen der Innung des KFZ-Gewerbes Frankfurt und Main-Taunus-Kreis - Ausgleich III, Frankfurt
Tanko war vor dem Start die Ruhe selbst. Scheinbar hatte sich die Nicht-Notwendigkeit eines Transportes zum Rennort positiv auf sein Gemüt ausgewirkt. Im Führring präsentierte er sich wie immer in bester Verfassung und schien selber zu wissen, dass es für ihn heute etwas zu holen gibt.
Er hatte es in diesem Rennen nur mit 4 Gegnern zu tun: Flame One aus dem Quartier von Clemens Zeitz, Talking Great, Tankos große Schwester, Illamira, die dem Futtermeister aus dem Schütz-Stall J. Peters gehört, und dem schon erwähnten Alde Gott.
Talking Great, seine Schwester und Siegerin der Schweizer 1000-Guineas im Jahr 2001, hatte in diesem Jahr noch nicht ihre Form gefunden, hatte man sie doch auch schon über Hürden und auf Eis in St. Moritz starten lassen. Da ich ihre Leistung in St. Moritz live erlebt hatte, schied sie aus meinen Kalkulationen für dieses Rennen aus.
Tankos Reiter war in diesem Rennen wieder Andreas Göritz, der ihn nun schon zum siebten Mal ritt und zu so etwas wie Tankos Stammjockey avanciert. Nicht zuletzt auch wegen der 2 Kilo-Erlaubnis, auf die jeder Trainer gerne im Handicap zurückgreift. Nebenbei, Andreas Göritz ist nicht nur wegen seiner Kilos ein guter Jockey, und ich hoffe für ihn, dass er auch nach seiner Lehre noch genügend Engagements erhält. Neben seiner sehr freundlichen Natur, halte ich ihn für einen sehr intelligenten Reiter, der auch die ihm gegebene Order umsetzen kann, und für einen guten Stilisten im Sattel. Immer wieder interessant sind die sehr detaillierten Berichte über den Rennverlauf und den Zustand des Pferdes, die er den Trainern und Besitzern nach den Rennen gibt.
Tankos Start war diesmal etwas schlechter als sonst. Aus der äußeren Startbox driftete er zunächst nach rechts, woraufhin er sich auf der Gegengeraden nur als Dritter ins Feld einreihen konnte. Doch schon beim Einbiegen in den Schlussbogen hatte Tanko sich bereits den zweiten Platz hinter Illamira sichern können.
Ausgangs des Schlussbogens setzte sich Tanko in Front und gleich ein bis zwei Längen ab. Auf der Zielgeraden schwankte er noch einmal kurz nach innen, konnte aber seine führende Position bis ins Ziel halten.
Die Freude bei seinen Mitbesitzern kannte natürlich keine Grenzen. Ich hatte das Rennen nahe des Siegerehrungspodests verfolgt und Tanko während er auf die Zielgerade einbog zusammen mit Philipp Riethmüller lautstark angefeuert, was uns einige ungläubige Blicke seitens herumstehender Unbeteiligter einbrachte.
Einen weiteren Grund zur Freude hatten wir bei der Überreichung der Ehrenpreise. Der Trainer, der Jockey, der Stall und die Besitzergemeinschaft erhielten jeweils einen sehr schönen Picknick-Korb, Champagner und jeweils 15 Benzingutscheine à 5 Euro. Der Picknick-Korb wird mit Sicherheit eine gute Verwendung bei unserem für die Besitzergemeinschaft geplantem Rennbahnfrühstück finden.

Preis der R + V Versicherung - Ausgleich III, Frankfurt
Das neunte und damit vorletzte Rennen war der besagte Ausgleich III für Perima. Norman Richter war wieder als Reiter gebucht worden. Den Ausgleich II, das Rennen zuvor hatte er sich mit Diable aus dem Stall von Trainer Hesse bereits sichern können (und mir damit einen saftigen Gewinn aus der Sieg/Platz-Wette). Ein gutes Omen für das Rennen mit Perima?
Perima hatte die innere Startbox bekommen. Nach den unglücklichen Losen in den letzten Rennen des Galopp-Clubs - ein Lichtblick. Perima erwischte einen guten Start und konnte sich in der vorderen Gruppe des Feldes einreihen.
Auf der Gegengeraden konnte sie sich bereits an die dritte Stelle nach vorne schieben, ohne die innere Spur zu verlassen. Easy Quick legte an der Spitze ein gutes Tempo vor, an der zweiten Stelle lag Image Assembly. Im Schlussbogen ließ sich Norman Richter wieder auf den fünften Platz zurückfallen und blieb von den Positionskämpfen an der Außenseite zunächst unbeeindruckt.
Mitte des Schlussbogens fiel Easy Quick zurück und Image Assembly führte das Feld auf die Zielgerade. Erster Angreifer war Fiumicino, doch auch Perima konnte zusetzen. Zwischen den beiden Hengsten setzte sie sich gut in Szene und konnte auch dem Schlussspurt von Fiumicino standhalten. 100 Meter vor dem Ziel setzte sie sich schließlich in Front und konnte sich den Sieg mit einem Kopf Vorsprung sichern. Ich habe an alles geglaubt, aber das ... das übertraf bisher alles Erlebte.
Ich hatte das Rennen einem Mitbesitzer via Telefon live übertragen, nach dem Einlauf fand ich keine Worte mehr. Ich legte erst mal auf und begrüßte unsere zweite Siegerin auf ihrem Weg zum Absattelplatz. Was nun unter den Mitbesitzern los war, kann man nicht beschreiben. Auch die, die nicht an Perima beteiligt sind, strahlten über das ganze Gesicht. Eine Mitbesitzerin sagte zu mir: "Andere Besitzer haben zehn Jahre lang Pferde und haben nie einen Sieger, und wir holen gleich zwei an einem Tag vom Geläuf!"
Der Abend endete schließlich feucht und fröhlich. Wir begossen unsere Siege reichlich, allerdings nicht, wie in einer Frankfurter Zeitung zu lesen war, mit Champagner.
Perima geht nun nach Hamburg. Sie startet am Derbytag in einem Stutenrennen über 2200 m. Für dieses Rennen sind bisher 11 Pferde genannt, von denen einige noch Nennungen für andere Rennen in Hamburg haben. Das Feld wird sich sicherlich noch lichten, ansonsten wären Aarau, Sasuela oder Saldenehre unsere Gegnerinnen.
Tankos nächster Start steht noch nicht fest.
2 Starts, zwei Siege, der dritte Sieg unsere Pferde in Folge, der fünfte Sieg des Galopp-Clubs, eine Gesamtgewinnsumme von 21.080 Euro innerhalb der ersten 14 Monate des Clubs ... Superlative über Superlative. Ein Tag, den man sicher nicht vergisst. An dieser Stelle möchte ich auch den Dank an unseren Trainer und seine Stallmannschaft, unsere Jockeys und last but not least Perima und Tanko loswerden, die uns diesen Tag geschenkt haben.

9. Juli 2003 - Preis der Messe Frankfurt - Ausgleich III, Frankfurt
Nach den ganzen Superlativen des letzten Renntages, nun gleich ein weiteres Doppel, auch wenn jetzt viele milde lächeln werden, wenn sie dieses hier lesen. In einer Woche beide Pferde in den Hauptrennen der jeweiligen Veranstaltung zu nennen, ist ebenfalls ein absolutes Novum in der Geschichte des Galopp-Clubs!
Tanko kam in einem Ausgleich III über 1600 m auf seiner Heimatbahn in Frankfurt an den Start. So einfach wie beim letzten Mal sollte es nicht für ihn werden, immerhin traf er jetzt auf 13 Gegner, waren es beim letzten Start nur vier gewesen. Seine Reiterin in diesem Rennen war Kirstin Hutcheson, die Tanko sehr gut kennt, da sie im Stall von Trainer Wilfried Kujath angestellt ist.
Aus der Box heraus konnte er sich sofort an die Spitze setzen, die er sich mit Bokellen aus dem Stall von Heinz Hesse bis zum Niederräder Bogen teilte. Im Bogen wurde er in die innere Spur beordert, was ihm bei Erreichen der Geraden eigentlich zum Vorteil gereichen sollte. Bis zur 250 m Marke lag er in vorderer Position, geriet aber zu nah an die Rails und in das tiefe Gras an den Rails und kam aus dem Takt. Bis ins Ziel konnte er den Geschwindigkeitsverlust nicht mehr wettmachen und landete als Neunter geschlagen im Feld.
Sieger wurde leicht, die von Torsten Mundry gerittene Stute, Cashua in den Fährhofer Farben vor Tabastero und Tisonjo.
Trotz des neunten Platzes hat Tanko ein gutes Rennen gezeigt und wird mit Sicherheit in diesem Jahr noch das ein oder andere Mal ganz vorne mit dabei sein. Sein nächstes Ziel könnte ein Ausgleich III über 1400 m am 27. Juli in Frankfurt sein.

12. Juli 2003 - Preis der Kölner Trainingszentrale - Ausgleich II, Köln
Perima sollte nach ihren beiden Erfolgen in Frankfurt eigentlich in Hamburg in einem Rennen für dreijährige Stuten an den Start gehen. Der Preis der Unternehmensgruppe Deutscher Ring wurde aber drei Tage vorher vom Veranstalter abgesagt. Als Grund wurde uns die mangelnde Anzahl von Nennungen mitgeteilt. Dennoch ist es mehr als fraglich, warum ein Veranstalter ein Rennen eines der wichtigeren Sponsoren der letzten Jahre einfach so ersatzlos streicht. War der Sponsor vielleicht nicht an einem Auftritt in Hamburg interessiert oder waren vielleicht zwei Araber-Rennen für den Rennklub lukrativer?
Vielleicht war es auch ganz gut so. Die Hamburger Bahn hatte sich nach ergiebigen Regengüssen am Donnerstag und Freitag wieder in einen Sumpf verwandelt. Wer weiß, ob Perima dieser Boden gelegen hätte.
Nun musste umdisponiert werden. Es bot sich ein Ausgleich II in Köln an, der aufgrund von nur sechs Nennungen noch offen war. Auf den ersten Blick erschien diese Aufgabe lösbar zu sein, um zumindest einen Geldpreis zu erhaschen. Norman Richter sollte Perima wieder reiten. Er hungerte sich für uns sogar extra auf ein Reitgewicht von 50 kg herunter.
Doch wurde auch ein richtiger Kracher für diesen Ausgleich II nachgenannt - Kanebo, im Besitz des Gestüt Ittlingen. Er war wegen des schlechten Bodens in Hamburg abgemeldet worden. Zuvor hatte er in Baden-Baden überragend einen Ausgleich III gewonnen. Er wurde nun auch für gerade diesen Ausgleich II nachgenannt. Kanebo eilt der Ruf voraus, mindestens ein Pferd von Listen- wenn nicht sogar Gruppeformat zu sein.
Hatten wir zunächst mit dem dritten bzw. vierten Platzgeld geliebäugelt, war dieses nun in weite Ferne gerückt, an einem Sieg gar nicht zu denken. Spago, Incita und Twingo waren die Pferde für die Plätze 2, 3 und 4. Perima wäre mit Platz 5 oder 6 gut bedient. Doch es kam alles ganz anders.
Perima hatte einen guten Start und konnte sich zunächst an der 5. Position im Feld einsortieren. Incita und Bros bestimmten zunächst das Tempo. Perima musste vor dem ersten Bogen einen Stopp hinnehmen und fiel etwas zurück. Twingo und Incita bestimmten mit Erreichen der Gegengeraden die Pace.
Unsere Stute war bei Erreichen der Zielgeraden schließlich an die letzte Stelle zurückgefallen. Ein Geldpreis rückte in unerreichbare Nähe. Kanebo konnte sich mit wenigen Galoppsprüngen an die Spitze setzen und zeigte seine Klasse. An der 400-Meter-Marke zündete Perima plötzlich ihren Turbo und pflügte sich durch das Feld. Kanebo setzte sich mit 3 Längen ab. Perima sicherte sich den zweiten Platz, mit drei Längen vor dem Rest des Feldes im Ziel, nach dem sie den ein oder anderen Gegner erst in Schlangenlinien umlaufen musste.
Was für ein Rennpferd! Die Freude unter den zahlreich mitgereisten Mitbesitzern war grenzenlos. Was da eben passiert war, musste sich erst einmal in den Köpfen setzen. Perima hatte gezeigt, dass sie in dieser Handicap-Klasse durchaus zurechtkommt. Sie war von einem Pferd geschlagen worden, von dem jeder sagt, das es eigentlich in eine andere Liga gehört. Bei einem etwas günstigeren Rennverlauf hätten wir vielleicht sogar ..., naja, das ist Spekulation. Aber was für eine Leistung, nach zwei Stopps noch vom letzten Platz aus noch Zweite, das schaffen nur wenige Pferde. Laut Norman Richter muss sie zwei Herzen haben.
Dass auch ein zweiter Platz in einem Ausgleich II gefeiert werden muss ist klar. So haben wir den Tag im Kölner Hippodrom bei einem oder zwei kühlen Kölsch ausklingen lassen. Norman Richter kam im Anschluss an den Renntag noch vorbei und stand allen wissbegierigen Mitbesitzern gerne Rede und Antwort.
Auf der Heimfahrt im Shuttle Kia des Frankfurter Renn-Klubs (vielen Dank an dieser Stelle für's Ausleihen) wurden bereits Pläne für Perimas weitere Rennen geschmiedet. Wo sie jetzt starten wird steht aber noch nicht fest. Ein Ausgleich III in Düsseldorf würde sich anbieten, hat aber einen fast zu geringen Abstand zum letzten Rennen, oder ein Auslandsstart, wenn wir ein passendes Rennen für sie finden würden. Verstecken brauchen wir uns jetzt nicht mehr.

27. Juli 2003 - Preis von AutoSchmitt Frankfurt - Ausgleich III, Frankfurt
Schon eine Woche nach dem Lotto Hessen-Pokal, der überraschenderweise von dem von Dr. Andreas Bolte vorbereiteten Picotee gewonnen wurde, stand bereits der nächste Renntag, der Goethestraße Championsday auf dem Programm.
Meine Eltern begleiteten uns an diesem Tag auf die Rennbahn. Sie waren gekommen, um Tanko laufen zu sehen. Irgendwie haben sie sich wohl damit abgefunden, dass sie anstatt mit Enkelkindern zunächst mit unseren Rennpferden vorlieb nehmen müssen. So hat denn zu Weihnachten auch schon ein schönes Foto von Tankos letztjährigen Start in Mülheim den Weg auf den Gabentisch gefunden ... mit Rahmen versteht sich.
Überrascht musste ich feststellen, dass mein Vater nun auch der Wettleidenschaft frönt. In alter Lottospieler-Manier füllte er einen Schein nach dem anderen aus. Im ersten Rennen hätte er sogar fast die Dreierwette getroffen, hätte ich ihm vorher die Möglichkeit einer Kombiwette richtig erklärt. In den nächsten Rennen hat er sich auf meine Tipps verlassen und kam wie ich zu dem Resultat, +/- Null am Ende des Tages mehr in den Taschen zu haben. Neben dem Start von Tanko schlug mein Herz auch noch aufgrund der Tatsachen höher, dass an diesem Tag zwei Pferde des Galoppclub Deutschland am Start waren, dem ich ebenfalls angehöre. Doch dazu gleich mehr.
Tanko rechnete ich gute Chancen aus. Er hatte beim letzten Mal über 1600 m eine recht ordentliche Leistung gezeigt. Im Führring machte er wieder eine glänzende Figur. Seine Reiterin sollte diesmal wieder Kirstin Hutcheson sein. Kirstin hatte im 5. Rennen bereits für die große Überraschung gesorgt, als sie Ariana zum Sieg steuerte. In ihrem vierten Ritt, nach ihrer fünfjährigen Pause gleich einen Sieg zu landen, ist schon eine tolle Leistung. Nicht zu vergessen, sie absolvierte ihren zweiten Ritt am 9. Juli auf Tanko.
Dass Licht und Schatten meistens sehr nah nebeneinander liegen, musste sie im letzten Rennen erfahren, als der von ihr gerittene Image Top auf der Zielgeraden einknickte und sich das Karpalgelenk der rechten Vorderhand brach und getötet werden musste.
Tanko hatte einen guten Rennverlauf. Er hielt sich meistens im Mittelfeld auf und kam in einer hoffnungsvollen Position liegend auf die Zielgerade. Vorne war bereits Tabestero enteilt. An der Außenseite zog East Dancer auf und sicherte sich Platz 2, den dritten Platz eroberte sich, der ebenfalls im Kujath-Stall trainierte Red Boy. Tanko kam mit ca. einer Länge Abstand auf das vierte Preisgeld auf Platz sechs ins Ziel, sechseinhalb Längen auf den Sieger. Tankos nächstes Ziel könnte nun am 24.08. ein Ausgleich II über 1300 m in Frankfurt sein.
Auf dem Siegerpodest fand ich mich an diesem Tag doch noch wieder. Capital Secret, sechsjähriger Wallach des Galoppclub Deutschland, siegte im Hauptrennen des Tages, einem Ausgleich I über 1600 m.

03.08.2003 - Konrad Werner Wille-Memorial, München
Im Moment ist es gar nicht so einfach, ein passendes Rennen für eine dreijährige, sehr talentierte Stute, über 2000 - 2400 m zu finden. Nach Perimas zweitem Platz im Ausgleich II in Köln begann die große Suche. Zunächst wurde ein Ausgleich III in Düsseldorf ins Auge gefasst, aber bald wieder verworfen - unpassende Distanz, nicht idealer Streckenverlauf und zuviel Gewicht. Im Ausland bot sich ein Listenrennen in Meran an. Wieder falsch, da darf man nur starten, wenn man a) Italiener oder b) Nicht-Italiener, aber bereits in einem Listenrennen mit einer Mindestdotierung gestartet ist. Beides trifft auf Perima nicht zu. Schließlich wurde in München ein Altergewichtsrennen für dreijährige Pferde sowie ein Ausgleich II im Rahmen des Dallmayr Gruppe I-Renntages ins Auge gefasst. Unser Trainer wollte sich die Option offen halten, je nach Nennungen, das "bessere" Rennen für Perima auszuwählen.
Wie nicht anders zu erwarten, wurde der Ausgleich II gestrichen, das Altersgewichtsrennen stand aufgrund nur weniger Nennungen auf der Kippe. Dass es dennoch stattfand war auch der Nachnennung eines Ittlingers namens Collow zu verdanken, der erwartungsgemäß am Renntag gestrichen wurde.
Schließlich sollte es Perima mit fünf Gegnern aufnehmen. Favorit für dieses Rennen war Ladino, ebenfalls Ittlinger, der in diesem Jahr in zwei Rennen bereits gezeigt hatte, wo der Bartel den Most holt. Ziemlich leicht hatte er in Frankfurt seine Maidenschaft abgelegt, in Köln hatte er bewiesen, dass er wohl mehr als nur einen Ausgleich III kann. Manche sagen sogar, dass er höher einzustufen sei, als sein Stallgefährte Kanebo.
Ein ebenso interessantes Pferd in diesem Rennen war Morettina, die zwei Wochen zuvor in München ihr erstes Rennen beim ersten Start gewann.
Wir machten uns am Sonntagmorgen kurz vor neun auf den Weg nach München. Als Reisemittel hatten wir diesmal nicht den Renn-Klub KIA, sondern die gute alte Bahn, besser gesagt den ICE gewählt. Steffi hatte sich nach der Möglichkeit von Gruppefahrkarten erkundigt und bei einem Frühbucherspar-Preis von 55 Euro pro Person sofort zugeschlagen. An dieser Stelle noch mal danke für die Organisation.
Es hatte zunächst noch Diskussionen ob IC, EC oder ICE gegeben, doch sollten sich die klimatisierten Großraumwagons des ICE bei 35° C Außentemperatur als das bessere Fortbewegungsmittel erweisen. Unterwegs nahm ich die Gelegenheit wahr, einige Lehrstunden in Sachen Skat bei einem mehrfachen deutschen Meister und sogar Weltmeister zu nehmen. Es wurde glücklicherweise nicht das absolute Fiasko und mit viel guter Laune und viel Vorfreude erreichten wir rechtzeitig die Münchener Bahn.
Perimas Rennen war gleich das erste, und wir mussten uns sputen um rechtzeitig im Führring zu sein. Perima machte einen glänzenden Eindruck, sie war staubtrocken und die Ruhe selbst. Schon ein Wunder, wenn man bedenkt, dass sie mit den anderen Kujath Pferden Micana (startete im Agl. III), Sacho (Listenrennen) und Winning Dash (Gruppe I) schon um halb vier in Frankfurt abgefahren war und es in München auch nicht gerade kühl war.
Auch die Wetter schenkten ihr großes Vertrauen, mit 43:10 war sie zweite Favoritin hinter dem bei 14:10 stehenden Ladino. Perimas Jockey war diesmal Karoly Kerekes, Stalljockey bei Wolfgang Figge und bayerischer Champion-Jockey. Mir war allerdings neu, dass es diesen Titel überhaupt gibt, aber es soll hier erwähnt werden, der Ansager legte auf jeden Fall Wert darauf. Demnach kämpfen Alexander Pietsch und Kirstin Hutcheson, die die einzigen Stalljockeys in Frankfurt sind, wohl in diesem Jahr um die hessische Krone????
Nach dem Verlassen des Führrings eilten wir in den dritten Stock der Tribüne, um von der dortigen Besucher-Terrasse das Rennen anzuschauen. Von hier aus hat man einen genialen Blick über das Geläuf und kann die Rennen gut verfolgen.
Schon kurz nach dem Start konnte man erkennen, wie die Taktik in diesem Rennen aussehen sollte - es wurde ein Bummelrennen. Vorne machte die zweite Farbe des Glanz-Quartiers Tiger Blade die Pace, Torsten Mundry heftete sich mit Ladino an dessen Hufe. Perima wurde von Karoly an die 5. Stelle beordert. Im allerschönsten Hack-Kanter ging es auf die Gegengerade.
Da an diesem Tag auch der Grosse Preis von Deutschland auf dem Hockenheim-Ring ausgefahren wurde, sei eine kurze Randbemerkung erlaubt: Kurz nach dem Start hatte es eine durch Ralf Schumacher verursachte Kollision gegeben, der Raikkönen, Barichello, Frentzen u.a. zum Opfer fielen. Das Pacecar wurde auf die Strecke beordert. Hinter dem Pacecar musste sich Juan-Pablo Montoya als Führender einreihen. JPM ist aus meiner Sicht einer der besten Pacecar-Phasen-Fahrer der Welt. Wie kein anderer versteht er es, das Feld, nachdem das Pacecar die Strecke verlassen hat, einzubremsen und im richtigen Moment auf's Gas zu treten, um so schon vor dem Überqueren der Start- und Ziellinie (Überholen ist erst ab da erlaubt) einen gewaltigen Abstand zwischen sich und das Feld zubringen.
Eine ähnlich gute Taktik verfolgte Torsten Mundry auf Ladino, indem er schon im Schlussbogen die Pace erhöhte und sich vom Feld absetzte, den anderen blieb nur noch die Verfolgung. Perima räuberte sich bei Erreichen der Zielgeraden durch das Feld und machte Meter um Meter gut. Kein leichtes Unterfangen.
Aufgrund des Stockgebrauchs schwankte sie kurz vor dem Ziel noch einmal kurz in die Spur von Morettina, was die Rennleitung sogar zu einer Überprüfung veranlasste. Schlussendlich konnte sich unsere Perima den zweiten Platz, eine dreiviertel Länge hinter Ladino und zwei Längen vor den Verfolgern sichern.
Auch die Überprüfung der Rennleitung brachte keine neuen Erkenntnisse und so wurde Perima vor Morettina Zweite. Damit hat Perima bereits eine tadellose Bilanz aufzuweisen: 4-2-2-1-1-2-2 und eine fünfstellige Gewinnsumme.
Nun erst mal ein kühles Helles zur Feier des Tages und zur Abkühlung.
Auch die anderen Frankfurter Pferde waren (teilweise) erfolgreich: Sacho sicherte sich im Listenrennen über 1000 m einen sehr guten zweiten Platz hinter dem neunjährigen Meliksah, der dabei den Bahnrekord über diese Distanz einstellte. In 57,41 Sekunden, das entspricht einem Stundenmittel von 62,71 km/h, passierte er den Zielpfosten.
Winning Dash wurde im Gruppe I-Rennen nur Vorletzter. Den Grossen Dallmayr-Preis sicherte sich der Derbyzweite Ransom O'War, vor Epalo und Highdown, und bestätigte somit die doch gute Qualität des diesjährigen Derbyjahrganges.
Schließlich kam noch Micana in einem Agl. III an den Start, überraschenderweise in unseren Farben. Der Trainer hatte in aller Eile das falsche Trikot gegriffen und Lennart-Hammer Hansen das rote Dress mit dem Adler in die Hand gedrückt. Micana machte ob dieser Verpflichtung eine gute Figur und wurde Vierte. Wir sind gespannt, was sich der Stall KBS als Leihgebühr einfallen lässt.
Im ICE nach Frankfurt ließen wir den Renntag ausklingen (inkl. einer dreiviertel Stunde Verspätung wegen einer liegengebliebenen Lok, Signalproblemen und Bauarbeiten) und sinnierten über Perimas zukünftige Aufgaben. Vollkommen müde und erschöpft erreichten wir um kurz nach 1 Uhr Frankfurt, mit der Gewissheit mit Perima ein sehr gutes Rennpferd zu haben, das vielleicht sogar gewonnen hätte, wenn ... ja wenn ...

29.08.2003 - Japan Racing Association-Trophy (ex Gontard-Rennen) - Listenrennen, Baden-Baden
Im April 2002 wurde der Galopp-Club Rhein-Main durch den Kauf unseres ersten Galoppers Tanko ins Leben gerufen. Nun, ein Jahr und vier Monate später, haben wir bereits ein Ziel erreicht, von dem manch ein Vollblutbesitzer jahrelang träumt: Ein Start in einem Listenrennen. Natürlich haben wir auch gehofft einen der vorderen Plätze zu erreichen, dass die Trauben hier allerdings etwas höher hängen, mussten wir schnell einsehen.
Perima sollte in dem über 1800 m führenden Rennen für dreijährige Stuten auf 13 Gegnerinnen treffen. Ihr Partner sollte wieder Norman Richter sein.
Eine ganze Schar von Besitzern hatte sich auf den Weg nach Baden-Baden gemacht. Leider hatte es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bereits geregnet, und auch am Renntag blieb der Regen nicht aus. Nach einer Trockenperiode von fast 4 Wochen und einem übermäßig heißen Sommer war der Natur die plötzliche Erfrischung willkommen. Ob Perima, die bisher ihre besten Leistungen auf gutem Geläuf gezeigt hatte, mit diesem Boden einverstanden ist, musste sich noch zeigen. Am Morgen zeigte das Bodenmess-Gerät einen Geläufzustand von 4,7 (weich) an. Pünktlich zum Rennen kam dann doch noch die Sonne hervor.
Etwas aufgeregter als sonst machten wir uns auf den Weg in den Führring. Perima machte wieder einmal eine glänzende Figur, obwohl auch sie gespürt haben muss, dass es um etwas Großes geht. So präsentierte sie sich etwas nervös.
Perima hatte zunächst einen guten Start, doch fiel sie aufgrund des hohen Anfangstempos schnell zurück. Cameo Role und Alter Ego bestimmten die flotte Pace, Perima reihte sich an vorletzter Stelle liegend ins Feld ein. Das Feld wurde auseinander gezogen.
Im langen Einlauf schob sich das Feld wieder etwas zusammen und Alter Ego bestimmte weiterhin die Pace. Perima arbeitete sich zu diesem Zeitpunkt sukzessive nach vorne, konnte aber dem schnellen Schlussspurt von Alter Ego, North America, Anna Conda und Chapada nicht mehr folgen. Letztendlich konnte sich Perima den siebten Platz sichern. North America entschied das Rennen schließlich vor Anna Conda, Chapada und Alter Ego für sich.
Betröpfelte Minen konnte man danach am Führring sehen. Perima war zum ersten Mal nicht ins Geld gelaufen. Nun, wir hatten auch etwas gewagt, dass im Rennsport nicht unbedingt üblich ist. Wir waren in der Distanz zurückgegangen. Perima hatte hier in Baden-Baden nun gezeigt, dass ihr die Rennen um die Meilendistanz wohl doch zu schnell gelaufen werden. Perimas Stärken liegen wohl eher im langgezogenen Schlussspurt in Rennen über 2000 m. So betrachtet war Perimas Leistung gut. Sie ist nicht abgeschlagen im hinteren Feld eingekommen, sie konnte sich einen guten Platz im Mittelfeld sichern.
Eine Erkenntnis habe ich für mich aus Baden-Baden mitgenommen. Gemeinsame Clubinteressen lassen sich hier schlecht verfolgen, hat doch jeder seinen angestammten Platz in der Loge, auf der Tribüne oder sonst wo. Schade, denn der Clubgedanke geht dabei etwas verloren. Vielleicht sollten wir uns auch bei zukünftigen Rennen erst im Führring treffen. Auf jeden Fall bin ich nun auf rund 200 Euro für eine Tischreservierung sitzengeblieben, ich hoffe nur, dass mir in den nächsten Tagen wenigstens Fortuna beim Wetten hold ist.
Das nächste Rennen von Perima steht im Moment noch nicht fest. Zwei Rennen in Saint-Cloud würden sich evtl. anbieten.

31.08.2003 - Preis von Offenburg - Ausgleich III, Baden-Baden
Wenn man in der IT-Welt von Performanceproblemen redet, dann meint man damit, dass etwas nicht in der gewohnten Weise schnell und gut funktioniert. Genau das Thema beschäftigte mich an diesem Tag: Als ich gerade gefrühstückt hatte und mich geistig schon auf dem Weg nach Iffezheim befand, klingelte mein Firmenhandy. An einem Computer-System eines der weltgrößten Lebensmittelhersteller (meinem Arbeitgeber) waren am Wochenende Änderungen durchgeführt worden. Nun mussten noch Daten zurückgeladen werden, auf deren Basis sich die Produktionsmenge und der Produktionsablauf berechnen lässt. Dieses Rückladen gestaltete sich ungewöhnlich langsam, was dazu geführt hätte, das in der kommenden Woche die Produktion von Kaffee, Schokolade und Eiscreme stillgestanden hätte. Arbeiten war also angesagt, Tanko musste ohne mich laufen.
Der Informatik sei dank lassen sich ja nun alle Rennen mehr oder weniger gut im Internet verfolgen, was ich in diesem Fall auch zwischen zwei Telefonkonferenzen und der Fehlersuche machte: Tanko scheint eine Aversion gegen die Iffezheimer Bahn oder gegen Andreas Göritz entwickelt zu haben, auf jeden Fall weigerte er sich zunächst das Geläuf zu betreten, drehte Pirouetten und ging rückwärts. Eine Szene, die uns vom Frühjahrsmeeting noch im Gedächtnis war. Andreas hatte allerhand zu tun, um im Sattel zu bleiben. Irgendwie gelang es ihm aber trotzdem Tanko dazu zu bewegen, zur Startstelle zu galoppieren und in die Startbox einzurücken.
Angesichts der Kapriolen vorher startete Tanko hervorragend. Aus der Startbox 13 kommend, schob sich Tanko zunächst an eine aussichtsreiche Position im Vordertreffen. Zwischenzeitlich lag er an der vierten oder fünften Position. Dazu hatte er natürlich einen längeren Weg zurückzulegen, was ihm wohl letztendlich eine bessere Platzierung kostete.
Im Schlussbogen musste Andreas Göritz die äußere Spur wählen, eingangs der Zielgeraden hatten die beiden schon viel Boden verloren. Tanko fiel auf den letzten Platz zurück und kam mit 7 Längen Rückstand auf das vorletzte Pferd durchs Ziel. Sein bisher schlechtestes Ergebnis überhaupt. Lt. Andreas Göritz war Tanko im Schlussbogen mausetot ... er hatte wohl auch ein Performanceproblem. Leider lässt sich das nicht so einfach analysieren und beheben wie in der IT. Gewonnen hat das Rennen Mandel Set mit Nina Bach.
Nach einer überragenden Form müssen wir uns nun damit anfreunden, dass nicht immer alles so läuft, wie man sich das gerne wünscht.
Um sechs Uhr abends hatten wir dann auch das IT-Problem analysiert und gelöst. Ein Programm hatte am Vortag nicht das getan, was es eigentlich hätte tun sollen. Nach einem nochmaligem Start flossen die Planungsdaten nun mit zehnfacher Geschwindigkeit ins System und in der Nacht von Sonntag auf Montag um zwei Uhr war der Arbeitstag für mich beendet. Einschlafen konnte ich aber noch nicht sofort, meine Gedanken kreisten noch einige Zeit um Tankos schlechtes Abschneiden. Ich hoffe, dass sich Tankos Performanceproblem ebenfalls lösen lässt.

Perima holt sich Black Type im Gruppe III-Rennen

27.09.2003 - 76. Deutscher Stutenpreis - Gruppe III, Köln
üDen Rennfilm habe ich mir inzwischen zum x-ten Mal angeschaut, ich kenne schon fast jede Sekunde davon auswendig, aber immer noch läuft mir ein kalter Schauer den Rücken hinunter und ein Grinsen lässt sich nicht verhindern. Aber alles schön der Reihe nach.
Nachdem wir nicht in Saint Cloud in Frankreich starten konnten, da wir unsere Nennung (als Ausländer) zu spät abgegeben hatten, entschied unser Trainer, dass wir nun doch im 76. Deutschen Stutenpreis (Gruppe III, 2400m) an den Start gehen. Nach dem ersten Streichungstermin waren 26 Stuten in der Nennungsliste stehen geblieben, wovon 13 allein aus dem Ausland waren. Bei der Vorstarterangabe waren nur noch 7 Stuten dabei.
Am Renntag wurde noch Saldenschwinge aus dem Quartier von Andreas Schütz aus dem Rennen genommen, so dass nur 6 Pferde an den Start kamen. Casanga, Fleurie Domaine, Lüttje Lage, Anzasca und Lysuna waren Perimas Gegnerinnen.
Eine Woche zuvor war ich auf dem Schattauer Hof, der Heimat von Perimas Vater Kornado, gewesen. Dort hatte ich mich mit Herrn Kreutz (Kornados Besitzer) über Perima unterhalten. Er hatte uns wegen dem Start in Baden-Baden getadelt und war besorgt, ob Perima ihr letztes Rennen auch gut verkraftet hatte. Dieses Rennen sei zu hart für eine Dreijährige gewesen und außerdem wäre es unklug in der Distanz zurückzugehen. Wir sollten dieser Stute doch einfach noch mehr Zeit geben.
Bei einem so gestandenen Vollblut-Mann fällt es natürlich schwer, Paroli zu bieten. Doch ich konnte seine Sorgen schnell zerstreuen, als ich ihm berichtete, dass Perima staubtrocken aus dem Badener Rennen zurückgekommen war. Allerdings sah ich dann wieder Furchen auf seiner Stirn, als ich ihm von dem geplanten Start in Köln berichtete.
Herr Kreutz hatte Perima ebenfalls zum Kauf angeboten bekommen. Da er in diesem Jahr allerdings weniger Produkte als geplant verkauft hatte, nahm er von einer Erweiterung seiner Stutenherde Abstand. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile über Perima, und am Ende wünschte er uns Hals und Bein für diesen Start und versprach, dass er sich das Rennen mit Sicherheit im Fernsehen anschauen wird.
Kornado ist im übrigen ein sehr beeindruckender Hengst. Er ist eine sehr ausgeglichene Natur, und nun weiß ich auch, von wem Perima den Charakter hat. Kornado war in allen seinen Rennen immer ein zäher und harter Kämpfer, auch eine Eigenschaft unserer Stute. Allerdings mag Kornado keine Männer, was ich zu spüren bekam, als ich ihn streichelte. Zack, aus dem heiteren Himmel hatte er nach mir geschnappt und sprang schnell in die gegenüberliegende Ecke der Koppel. Bei Frauen macht er das angeblich nicht, ein Gentleman halt.
In Köln waren fast alle Mitbesitzer am Start. Ein paar von ihnen hatten die größte Aufregung schon hinter sich: Es soll ja Menschen geben, die während des Steuerns eines Autos telefonieren (Handy in der Hand), die Bedienungsanleitung der Klimaanlage lesen, nebenbei die Formen in der Sportwelt studieren und Wetten platzieren und das alles gleichzeitig bei Tempo 200.
Viel mitbekommen habe ich von diesem Renntag nicht. Lediglich das Ex-Champion-Rennen, eine der schönsten Galoppsport-Veranstaltungen des Rennjahres, habe ich mir wirklich intensiv angeschaut. John Reid, vor zwei Jahren noch Derby-Sieger auf Boreal, gewann dieses Rennen vor Dragan Ilic, der einen Kistenritt von Lutz Pyritz übernommen hatte.
Nun kam endlich der große Moment. Ein bisschen war der Gang zum Führring wie der Gang zum Schafott. Meine Güte waren wir aufgeregt. Ausgerechnet hatte ich mir gar nichts. Immerhin war uns der sechste Platz sicher ... bei sechs Startern. Vielleicht mit ein wenig Glück - mehr.
Im Führring gab es dann ein großes Hallo. Herr Wasmer, Perimas Vorbesitzer und Züchter, und Herr Johannsmann, Perimas Ex-Trainer, wollten sich den Start von Perima in einem Gruppe III-Rennen nicht entgehen lassen. So konnten wir noch ein wenig flachsen, was uns von der Nervosität etwas befreite.
Perima war die Ruhe selbst. Vor dem Rennen gab es allerdings eine Parade vor den Tribünen, die Perima travers zurücklegte. Das war ihr neu, so viele Leute, die Stimme aus dem Lautsprecher ...
Vom Start weg übernahm Lüttje Lage die Pace. Naja, Pace darf man dazu eigentlich nicht sagen, es wurde ein richtig schönes Bummelrennen. Perima reihte sich an fünfter Stelle liegend ins Feld ein, hinter ihr nur Lysuna. Im mäßigen Tempo und ohne große Platzverschiebungen ging es bis in den Schlussbogen so weiter. Ungefähr 600 m vor dem Ziel ließ Eduardo Pedroza Lüttje Lage endlich abspringen und schaffte so zunächst einen 2-Längen-Vorsprung auf den Rest des kleinen Feldes. Fleurie Domaine war die erste Angreiferin und konnte zu Lüttje Lage aufschließen. Ca. 200 m vor dem Ziel wurde aus dem Hintergrund Anzasca ins Rennen geworfen. Zu diesem Zeitpunkt lag Perima noch an vorletzter Stelle und wurde ihrerseits von Lysuna attackiert. Lysuna kam jedoch nicht weiter.
üFleurie Domaine überrollte inzwischen Lüttje Lage und Anzasca flog aus dem Hintergrund an beiden vorbei. Und im Hintergrund kämpfte Perima tapfer weiter und schloss zu Casanga auf. Beide überholten Lüttje Lage, und mit dem letzten Galoppsprung sicherte sich Perima den dritten Platz. Perima war im Einlauf deutlich das schnellste Pferd. Wieder einmal hatte sie von hinten das Feld überrollt.
Unter den Besitzern herrschte zunächst Verwirrung - waren wir nun Vierter, Fünfter. Dann das Ergebnis Anzasca vor Fleurie Domaine und auf dem dritten Platz ... Perima. Jaaaaaaaaaaaaaa, Blaaaaaaack Tyyyype. Waaaaaaaaahnsinn.
Ab zum Absattelplatz, immer noch die bange Frage im Kopf: Sind wir wirklich Dritter geworden? Auf dem Monitor wird das Ergebnis eingeblendet und die vorläufigen Quoten. Die Dreierwette zahlt über 10.000, natürlich hat die wieder jemand getroffen. Unterwegs drücke ich noch Herrn Wasmer ganz fest, er hat uns heute Glück gebracht (nebenbei auch noch den Besitzern von Anzasca dem Gestüt Ebbesloh, wo er früher als Gestütsleiter tätig war). Plötzlich Überprüfung ... der Trainer von Casanga legt Protest gegen Fleurie Domaine ein ... Gott sei Dank, uns kann nichts passieren ... doch, wir könnten auf Platz 2 vorrücken ... dann wären die Dreierwetten weg ... der Protest wird abgewiesen.
Die Aufregung legt sich. Langsam realisiert man was da eben passiert ist und rekapituliert. Wir sind Drittplatzierter in einem Gruppe-Rennen, wir haben 5.000 Euro Preisgeld gewonnen und noch die zweite Besitzerprämie geschnappt. Mann!
Zum Abschluss dürfen wir noch mit zum Sektempfang ... es gab Kölsch und Schnittchen ... in den Rennklub. Später wankten aus diesem Gebäude drei Gestalten, die solange dablieben, bis auch der letzte Schluck aus dem Fass geflossen war.
Es gibt an dieser Stelle immer Dankesworte. Dieses Mal möchte ich besonders Perima danken, die mit ihrem Kämpferherz das Unmögliche möglich gemacht hat. Du bist eine ganz Große. Danke auch an Norman Richter für diesen beherzten Ritt. Und danke auch an unsere Stallmannschaft und unseren Trainer.
Wie es mit Perima jetzt weitergeht, steht noch nicht fest. Sie hat eine Nennung für den Stuten-Preis der Mehl-Mülhens-Stiftung in Frankfurt erhalten.
Nachtrag: Perima erhielt von dem Ausgleicher für ihren dritten Platz ein GAG von 89,5 kg zugesprochen. Leider verletzte sie sich einige Tage später im Stall, so dass an einen weiteren Start in diesem Jahr nicht mehr zu denken war. Sie bezieht jetzt mit dieser ausgezeichneten Marke ihre neue Box im Gestüt Etzean und wird dort ihre Karriere als Zuchtstute beginnen.

02.11.2003 - Preis vom Stall Magic - Ausgleich III, Frankfurt
In meinem letzten Rennbericht über Tankos Start in Baden-Baden hatte ich noch geschrieben, dass es bei Tanko irgendein Performanceproblem geben muss, das sein schlechtes Abschneiden und seine Unwilligkeit die Bahn zu betreten erklärt. Dieses Problem wurde tatsächlich gefunden. Tanko litt unter einer Hufentzündung, die sich nur sehr langsam auskurieren ließ.
Nach fast zwei Monaten Abwesenheit von der Rennbahn, startete Tanko in einem Ausgleich III über 1600 m in Frankfurt. Das Rennen lässt sich mit wenigen Worten zusammenfassen, sah Tankos Rennverlauf doch anderen Rennen in diesem Jahr sehr ähnlich. Er erwischte einen guten Start. Bis zum Erreichen der Geraden lag er in aussichtsreicher dritter Position und wurde dann zweimal eingeklemmt. Auf der Zielgeraden konnte er dem Schlussspurt der anderen Pferde nicht mehr folgen und belegte schließlich den 13. Platz.
Nach seiner Verletzungspause müssen wir mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden sein. Wäre das Rennen 300 m kürzer gewesen, wäre ein Geldpreis möglich gewesen.

Der Neue: SAMBUCAN DAZE

22.11.2003 - Stallbesuch bei unserem Neuen
Heute morgen haben wir mal wieder unser neues Rennpferd in Augenschein genommen. Sambucan Daze hat sich scheinbar langsam an sein neues Zuhause gewöhnt und ist auch schon viel weniger ängstlich als ganz zu Beginn. Möhren und Äpfel sind für ihn nun nichts Ungewöhnliches mehr, und beim Betreten der Box wird man nun schon nach eventuell mitgebrachten Leckereien gefilzt.
Sambucan Daze, ich nenne ihn Sam, da ich mir sonst die Zunge breche, stammt von Mujadil ab, der 1990 zweijährig drei Rennen gewinnen konnte und 1991 verletzungsbedingt in die Zucht wechselte. Mujadil wiederum stammt von keinem anderen als Storm Bird, dem Vater von Storm Cat, ab. Storm Cat ist der derzeit teuerste Deckhengst der Welt, seine Decktaxe soll um die 500.000 US-Dollar betragen. Genau wie Storm Cat stammt auch Mujadil aus einem Storm Bird - Secretariat Cross ab. Sein Pedigree weist einen 4x5x5 Cross auf Nearco und einen 5x5 Cross auf Hyperion auf. Über Northern Dancer und seinen Einfluss auf die internationale Vollblutzucht braucht man keine Worte zu verlieren. Secretariats Triple-Crown aus dem Jahre 1973 dürfte ebenfalls nicht unbekannt sein.
Am Rande erwähnt sein soll noch, dass Storm Birds Rennkarriere frühzeitig endete, da ein missgünstiger Stallangestellter seinen Schweif abtrennte. Der Hengst verlor dadurch die Lust am Rennen und musste ins Gestüt wechseln.
Sams Mutterlinie erscheint zunächst unspektakulär, doch seine Geschwister haben bereits alle gezeigt, dass sie auch in den höheren Klassen laufen können. Non Dimenticar Me ist im übrigen aus dem Italienischen abgeleitet und heißt soviel wie "Vergiss mich nicht", was mich zu ihrem Vater Don't forget me führt. Don't forget me konnte 1987 unter anderem die englischen 2,000 Guineas für sich entscheiden. Er verrichtet seine Deckhengsttätigkeit seit seinem zehnten Lebensjahr in Indien und hatte zuvor bereit 12 Stakes-Sieger gezeugt.
Ich habe jetzt auch die Videos der letzten vier Rennen von Sambucan Daze aus England ins Internet gestellt. Meine persönliche Meinung dazu, er hat viel Pech gehabt und nach seiner Pause am 25. Juli eine realistische Leistung gezeigt, bedenkt man dabei das Konditionsdefizit nach einer fünfmonatigen Pause. Sam erkennt man in den Videos an dem auffälligen pinkfarbenen, dreimal blaugestreiften Dress und einer pinkfarbenen Kappe mit einem blauen Stern.
Der Grundstein zu Sams Kauf wurde bereits im Frühjahr gelegt. Wir hatten damals auch Christians Bruder angesprochen, ob er nicht seine Fühler nach England ausstrecken könnte. Er hatte dort vor ein paar Jahren Grantley aus dem Trainingsstall von J. D. Bethell gekauft, der es hier in Deutschland schon zu sehr guten Handicap-Ergebnissen gebracht hat. Im Frühjahr stand in diesem kleinen Quartier kein Pferd zum Verkauf, unsere Wahl fiel damals auf Perima.
Perimas Besitzergemeinschaft hatte nach ihrem Ausscheiden aus dem Rennstall einstimmig beschlossen, in der nächsten Saison wieder ein Rennpferd im Training zu haben. Kurz darauf kam der Tipp aus England, dass Sambucan Daze zum Verkauf stehen würde, allerdings bei der Horses in Training Auktion bei Tattersalls. Dort wurde er dann auch ersteigert.
Nach Abwicklung der Zahlungsmodalitäten (ich weiß jetzt, wie das mit den Auslandsüberweisungen funktioniert) kam er am 4. November hier in Frankfurt an und hat seitdem Perimas ehemalige Box bezogen. Beim Training habe ich ihn bis jetzt einmal auf Sand gesehen und bin immer noch von seiner Hinterhand begeistert. Wenn er genau so läuft, wie er aussieht, dann werden wir im nächsten Jahr noch viele Flaschen Sambuca trinken müssen. Für die, die es noch nicht wissen: Sambucan Daze bedeutet übersetzt Sambuca Rausch, und für bei jedem Sieg werden wir eine Flasche davon trinken. Der Name verpflichtet.

23.11.2003 - Chrysanthemen-Rennen - Ausgleich III, Dortmund
Totensonntage konnte ich noch nie leiden. Voller Grausen erinnere ich mich noch an die Zeit kurz nachdem meine Oma gestorben war. Jedes Jahr gingen wir meinem Opa zuliebe Totensonntag auf den Friedhof, hörten dem Pfarrer bei seiner Rede über Tod und Leid der Menschen und der Pflicht der Nächstenliebe in der Vorweihnachtszeit zu und mussten das lustlose und vor allem falsche Geblase des örtlichen Posaunenchors mitanhören. Meistens waren diese Tage kalt und nass, und zur allgemeinen Herbstdepression kam nun auch noch diese bedrückende Friedhofsstimmung dazu.
Auf den Friedhof gehe ich schon lange nicht mehr, dieser Ort ist mir genauso zuwider wie Krankenhäuser. Die herbstliche Depression ist geblieben und seit ich mit dem Rennsport verwurzelt bin nur noch schlimmer geworden. Fast fünf Monate ohne Grasrennen. Draußen ist alles trist und grau, und eigentlich weiß man gar nicht, was man mit sich anfangen soll.
üTankos Nennung in Dortmund heiterte mich etwas auf, bot diese mir doch die Möglichkeit mir zum ersten Mal ein Sandbahnrennen live anzuschauen. Ich wollte dies eigentlich im letzten Winter schon mal in Angriff nehmen, da ich aber für ein paar Wochen in der Schweiz arbeiten musste, habe ich den Grandprix von Sankt Moritz einem Sandbahnrennen vorgezogen. War wahrscheinlich eh die bessere Wahl. Trotz der Jahreszeit war es aufgrund der massiven Sonneneinstrahlung auf dem See schön warm gewesen, und wir fühlten uns (mal abgesehen vom nichtvorhandenen Gras) in die Sommersaison versetzt. Ganz im Gegensatz zu diesem Renntag in Dortmund.
Unser Trainer wollte es mit Tanko mal auf Sand probieren. Durch seine Hufbeschwerden hatte er nicht richtig zu seiner Leistungsfähigkeit gefunden und präsentierte sich im Training eigentlich fit genug für einen solchen Start. Die einzige Frage war, mag er den Sand?
Aufgrund des Totensonntags wurden die Rennen erst am Abend abgehalten. Bei aller Achtung vor den Toten, aber was soll das denn? Rodeln und Skifahren wurde am gleichen Tag ja auch nicht auf den Abend verschoben, Fußball fand auch zu den gewohnten Zeiten statt. Ich ahnte nichts Gutes für Tanko, weil er doch immer sooo müde ist. Sein Start sollte um 19.15 Uhr sein.
Noch ein paar Worte zur Bahn: In der ehemaligen Telewette hatten die Moderatoren immer von der tollen Glastribüne berichtet, die im Winter auch beheizt wird. Sicher eine gute Sache, da man sich da im Winter nicht sprichwörtlich den Hintern abfriert, aber besonders schön ist sie nicht. Die ganze Anlage verdient das Prädikat "marode". Zwischen der Sandbahn und den Tribünen befindet sich noch das Grasgeläuf, so richtig nah dran ist man also nicht. Und mal abgesehen von der flutlichtbestrahlten Sandbahn ist es rund herum ziemlich duster gewesen. Ich hatte so meine liebe Not meine Sportwelt zu lesen.
Programme gab es nur in Form von kopierten Starterlisten zu kaufen. Eine Siegerehrung nach den Rennen gibt es nicht. Von wegen Aufheiterung ... auch nicht anders als ein Friedhof.
Tankos Rennen trägt auch nicht zur besseren Stimmung bei. Er zickt schon im Führring mächtig herum und zeigt, was er von dem Ganzen hält. Wir sind die einzigen Mitbesitzer von Tanko, die angereist sind. Der Trainer ist auch nicht da. Ich mache mir wenigstens den Spaß Andreas Göritz noch mit den ersten Worten der normalerweise fälligen Kujath'schen Reitorder zu versorgen - "Du kennst ihn ja ...". Bin mir aber sicher, dass unser Trainer ihm schon genau das Gleiche via Handy gesagt hat. Noch ein "Hals und Bein" hinterher und "kommt heil wieder".
Vor dem Rennen lege ich noch etwas wagemutig 5 Euro auf Platz an. doch schon als Tanko aus der Startbox abspringt, weiß ich, das wird heute nichts. Tanko ist zunächst im Mittelfeld und schon im Bogen lässt er sich zurückfallen. Im Ziel ist er, wenn auch nicht weit geschlagen, Letzter. Als er von der Bahn zurückkommt lässt er uns unmissverständlich wissen, was er von einem Start auf Sand hält und prustet uns den eingeatmeten Sand entgegen. Osvaldo gewinnt das Rennen ziemlich überlegen.
Zu allem Überfluss bekomme ich auch noch Zahnschmerzen, als deren Ursache sich 5 Tage später ein vereiterter Backenzahn herausstellt, spiele anstatt einer Dreierwette mit vier Pferden einen Platzzwilling und treffe alle drei Wetten (38,40 statt 300 Euro) und treffe eine Bekannte aus dem Galoppclub Deutschland, die für Tanko nur die Worte übrig hat "Der kann ja wohl gar nichts" und uns mit ihrer nichtgetroffen Dreierwette nervt, die unser aller Lieblingsjockey Norman Richter ihr versaut habe. Ich versuche noch Tanko und Norman zu verteidigen, aber innerlich wünsche ich mir ein Hackbeil, ein AK47 oder eine Handgranate ...
Um Mitternacht sind wir wieder zuhause. Nachts nervt mich mein Backenzahn und raubt mir den Schlaf. Ich mag keine Totensonntage.

Das letzte Wort
In diesem Jahr hat so schön jemand gesagt: "Wir haben in einer Saison all das erlebt, wofür andere ein ganzes Leben brauchen." Dieser Satz trifft den Nagel wohl auf den Kopf - zweifacher Tagessieg, Listenrennen und Gruppeplatzierung ... Ich muss sagen, es hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn das Ende des Jahres von einer Hiobsbotschaft geprägt war, aber auch das gehört zu einem Rennsportleben dazu und leider können wir uns nicht nur die schönen Seiten aussuchen.
Tanko und Sambucan Daze werden im nächsten Jahr (hoffentlich) wieder für uns angreifen. Beide sind im übrigen keine Hengste mehr und erholen sich gerade von ihrer Kastration. Der Schritt war, auch hinsichtlich ihrer Verwendung nach dem Rennsport, notwendig.
Sambucan Daze wird zunächst im Sieglosenrennen starten. Bei Tanko geht es wohl im Ausgleich III aber erst wieder auf Gras weiter.
Einen guten Rutsch ins Jahr 2004. Hals und Bein.


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